Endlich Frühling: 6 Tipps für das Seenland Oder-Spree

Der Frühling hat den Winter in den zeitweiligen Ruhestand verabschiedet. Jetzt ist es Zeit, die ersten Touren zu planen. Für den Start in den Frühling im Seenland Oder-Spree haben wir sechs Tipps aufgeschrieben.

© Seenland Oder-Spree/Katrin Riegel

Frühlingsboten: die Adonisröschen

Krokusse und Schneeglöckchen haben schon für die ersten Farbtupfer gesorgt. Wenn aber die seltenen Adonisröschen erblühen, dann ist der Frühling endgültig da. Die gelben Adonisröschen sorgen im Frühjahr rund um Lebus für jede Menge Farbtupfer. Am besten lassen sich die Adonisröschen bei einem Spaziergang entlang der Oderhänge in Lebus, in der Priesterschlucht bei Podelzig und in Manschow entdecken. Und wer einmal einen prächtigen Sonnenaufgang an der Oder erleben will, der steht frühmorgens auf dem Burgberg in Lebus.

Adonisröschen bei Lebus, Oderhänge, Frühling im Oderbruch, Seenland Oder-Spree, Foto: TMB-Fotoarchiv, Steffen Lehmann
© TMB-Fotoarchiv, Steffen Lehmann

Blick von oben genießen

Es ist fast schon eine Tradition für mich, mir einen Aussichtsturm zu suchen und den Blick über die vom Frühling die Natur wachgeküsste Landschaft streifen zu lassen. Zum Glück gibt es im Seenland Oder-Spree gleich eine ganze Reihe von Aussichtstürmen. Sehr gerne mag ich den Turm in den Rauener Bergen am Scharmützelsee. Schon der Weg von Bad Saarow durch den Wald ist sehr schön. Am Fuße des Aussichtsturmes liegen dann die beiden größten Findlinge Brandenburgs – die Markgrafensteine. Für den Aufstieg benötigt man einen Euro. Der Automat nimmt 50-Cent-Münzen und Ein-Euro-Münzen an.

Wer es nicht nur bei einem Aussichtsturm belassen will, fährt nach Bad Freienwalde. Hier können Sie das Turmdiplom ablegen. Das Turmdiplom wird in diesem Jahr 15 Jahre alt! Um es zu bekommen, müssen Sie nur vier Türme erklimmen – den Aussichtsturm auf dem Galgenberg, den Bismarckturm, den Eulenturm und den Schanzenturm. Der Turmwanderweg verbindet alle Aussichtstürme. Hier zeigt sich Brandenburg von seiner hügeligsten Seite. Und unterwegs kommen Sie sogar noch am Gipfelkreuz am Märkischen Watzmann vorbei! Die Turmsaison geht von April bis Oktober, so dass man nicht alle vier Türme an einem Tag besteigen muss und gerne wiederkommen kann.

Blick vom Schanzenturm

Schanzenturm in Bad Freienwalde, Oderbruch, Seenland Oder-Spree, Foto TMB-Fotoarchiv, Steffen Lehmann
© TMB-Fotoarchiv, Steffen Lehmann

Sielmanns Naturlandschaft Groß Schauener Seen

Die Heinz Sielmann Stiftung wird in diesem Jahr 25 Jahre alt. Bei Storkow hat die Stiftung des berühmten Tierfilmers die Sielmanns Naturlandschaft Groß Schauener Seenkette eingerichtet. Auf dem Naturlehrpad, der an der Fischerei Köllnitz startet, bis zum Beobachtungsturm am See, gibt es jede Menge Wissenswertes zu Flora und Fauna zu erfahren. Auf jeden Fall sollte man nicht das Fernglas vergessen. Und Storkow hat noch ein weiteres Schmankerl für Draußenfans zu bieten. Hier wartet die Binnendüne Waltersberg erklommen zu werden. Mit 36 Metern ist sie eine der größten Binnendünen in Deutschland und der Sand so weich wie an der Ostsee.

Binnendüne Storkow, Wanderer, Scharmützelseeregion, Foto Seenland Oder-Spree
© Seenland Oder-Spree

Ab an die Oder, oder?

Radfahrer an der Oder, Oder-Neiße-Radweg, Pause am Wasser, Seenland Oder-Spree, Foto Florian Läufer
© Seenland Oder-Spree/Florian Läufer

Jetzt im Frühling wird es wieder lebhafter zugehen an der Oder. Auf dem Oder-Neiße-Radweg ist wieder mehr los. Aber entlang des Grenzflusses gibt es für jeden ein ruhiges Plätzchen, um den vorbeiziehenden Strom zuzuschauen. Ich bin gerne in Frankfurt (Oder) auf der Insel Ziegenwerder, in Hohenwutzen oder ganz im Süden in Ratzdorf. Hier fließen Oder und Neiße zusammen und es gibt mit der Kajüte Ratzdorf ein tolles Lokal, in dem man gut und gerne die Zeit vergessen kann (vorher aber erkundigen, ob geöffnet ist).

 

Starkes Duo: Eisenhüttenstadt und Neuzelle

Gegensätzlicher können die Kontraste nicht sein: hier die erste sozialistische Planstadt Eisenhüttenstadt, dort das üppige Barockkunstwerk Kloster Neuzelle. Eisenhüttenstadt ist Architekturgeschichte und die charakteristischen Wohnkomplexe sind heute eines der größten Flächendenkmale in Deutschland. Es gibt Führungen durch die Stadt (Start an der Touristinformation) oder man erkundet die Wohnkomplexe auf eigene Faust. Noch anschaulicher wird der Rundgang durch die Stadt in Verbindung mit der neuen Ausstellung im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR. Die widmet sich dem Einfluss des Bauhaus, das in diesem Jahr 100 Jahre alt wird, auf die Architektur in der DDR (die Ausstellung "Alltag formen! Bauhaus-Moderne in der DDR" wird am 7. April eröffnet).

Nur ein paar Kilometer entfernt wartet mit dem Kloster Neuzelle das „Barockwunder Brandenburgs“. Neuzelle ist eine der wenigen noch vollständig erhalten Klosteranlagen in Europa – und ein wahrer Schatz. Der Blick über den Klosterteich auf die Turmspitze der Marienkirche stimmt jeden Besucher auf das Ensemble mit den beiden Barockkirchen, dem barocken Klostergarten und dem spätgotischen Kreuzgang. Das allein reicht schon, um eine Fahrt nach Neuzelle zu unternehmen.

Blick auf Kloster Neuzelle, Klosterteich, Seenland Oder-Spree, Florian Läufer
© Seenland Oder-Spree/Florian Läufer

Dazu kommt noch das Museum „Himmlisches Theater“, das die in Europa einmaligen Passionsdarstellungen vom Heiligen Grab zeigt. Für die bis zu sechs Meter hohen Leinwände und Holztafeln wurde eigens ein Museum gebaut. Die fast lebensgroßen Figuren und Figurengruppen sind mit Leimfarbe auf Holz gemalt. Von den ursprünglich rund 240 großformatigen Tafeln und Leinwänden haben sich 220 erhalten!

 

Zum Waldbaden mit dem RE1

Zum Schluss noch ein Tipp für Freunde des Waldbadens: Die Etappe des 66-Seen-Weg von Hangelsberg nach Fangschleuse bietet mehr als eine Gelegenheit dazu. Die meiste Zeit ist man allein im Wald und kann dem Gezwitscher der Vögel lauschen. Später kommt noch das Rauschen der Löcknitz dazu, die sich hier in Richtung Spree schlängelt.

Löcknitztalwanderweg, Wegeschild, Berliner Umland, Seenland Oder-Spree, Foto TMB-Fotoarchiv, Steffen Lehmann
© TMB-Fotoarchiv, Steffen Lehmann

An der Forellenzuchtanlange in Klein Wall sollten Sie nicht einfach so vorbei gehen. Hier gibt es sehr leckere Fischbrötchen. Ich mag diese Strecke besonders deshalb, weil die An- und Abreise mit dem RE1 so bequem ist. An der einen Station loslaufen und an der anderen wieder einsteigen. Und dazwischen jede Menge Naturgenuss.

 

Text: Seenlandentdecker