Saarow Therme: Schweben am Scharmützelsee

Wieder einer diesen Tage, an denen Windböen feinen Sprühregen über das Land verteilen. Das ist gut für die ausgetrockneten Böden, einem Aufenthalt draußen nicht gerade zuträglich. Wenn es draußen ungemütlich ist, freuen sich alle Betreiber von Thermen und Bädern.

von Seenlandentdecker  ·  02. März 2020

© Seenland Oder-Spree, Florian Läufer

SaarowTherme, Wellness, Bad Saarow, Seenland Oder-Spree, Foto Seenlandentdecker (5)
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Am Bahnhof in Bad Saarow bildet sich eine kleine Karawane in Richtung SaarowTherme. Mit kleinen und großen Taschen bepackt, geht es den kurzen Fußweg zum Ort, der für die nächsten Stunden ganz viele Wohlfühlmomente bereithalten wird. Kurz vor Mittag dauert es nur ein paar Minuten, bis ich mein Ticket in der Hand halte. Noch einmal ein paar Minuten später empfängt mich die warme Luft der großen Halle des Thermalsolebads. Für eine Liege bin ich ungefähr drei Stunden zu spät, aber das ist jetzt nicht so wichtig. Tasche abgestellt und ab ins Wasser.

Was soll ich sagen: 35 Grad sind genau die Wassertemperatur, bei der ich ohne zu zögern ins Wasser gleite. Von den Dramen an Badestränden, wo bei unter 20 Grad ein Vor- und Zurück aufgeführt wird, bevor nach einigen Minuten der Körper endlich ins Wasser eintaucht. Ich schwebe im Wasser, das aus der nahen Catharinenquelle aus den Tiefen der Erde kommt.

Ich bin total gerne in der Saarow Therme. Es gibt Whirlpools und Massagemulden, in denen immer ein Plätzchen frei ist - und irgendwo sprudelt es immer. Nicht umsonst heißt es bei der Saarow Therme, das Bad habe die größte zusammenhängende Thermalsolefläche in Mittel- und Norddeutschland. Nach den ersten zehn Minuten im Whirlpool schwimme ich nach draußen. Nebel wabert über die Wasseroberfläche. Von oben fällt immer noch Nieselregen. Das Schmuddelwetter ist mir aber egal. Bis zum Hals im Wasser sorgt die feuchte Luft für eine wohltuende Erfrischung.

Hier draußen steht auch der Massagepilz, der von einem Strömungskanal eingefasst ist. Das warme Wasser donnert auf meine verspannte Rückenmuskulatur und ich spüre wie sich langsam ein Gefühl der Entspannung in meinem Körper ausbreitet. Als das Wasser des Massagepilz versiegt, wirbelt nebenan der Unterwassergeysir das Wasser auf. Ich schaffe es nicht, in die Mitte zu schwimmen, zu stark sind die Kräfte des Wassers.

Und so komme ich in den Saarow-Therme-Rhythmus. Ich drehe meine Runden zwischen Whirlpool und Außenbecken. Ab und zu mal ein Päuschen am Beckenrand. Zwischendrin ziehe ich ein paar Bahnen im Sportbecken, um den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen. Nach fast vier Stunden im Wasser entscheide ich mich, den Heimweg anzutreten. Aber nicht ohne noch in der Kaffeerösterei eine meiner heißgeliebten belgischen Waffeln mit heißen Pflaumen und Schlagsahne sowie eine der unglaublich aromatischen Kaffeesorten zu probieren.

Die kleine Sünde darf ruhig sein, denn beim nächsten Mal wird die Sole in der Saarow Therme mich wieder schweben lassen.

Kaffeerösterei Bad Saarow, Seenland Oder-Spree, Foto Seenlandentdecker (4)
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Text: Seenlandentdecker