Streifzug durch Altlandsberg

Das Schöne an Altlandsberg ist, es ist wirklich ein Katzensprung von Berlin. Man nimmt das Fahrrad mit in die Bahn und steigt dann in Hoppegarten und radelt dann die knapp sieben Kilometer in Richtung Altlandsberg. Und einmal da, kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Für mich ist Altlandsberg ein Paradebeispiel, warum es sich lohnt, auch mal das Bekannte links liegen zu lassen und sich dem Unbekannten zu widmen.

© Schlossgut Altlandsberg GmbH

Altlandsberg ist definitiv etwas für Geschichtsfans. Hier verbrachte der spätere Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. (der „Soldatenkönig“ und Vater von Friedrich II., später genannt der Große) auf dem Schlossgut seine Jugend. Aber dazu später mehr. Beim Gang durch den Ort, Altlandsberg gehört zum Zusammenschluss der Städte mit historischem Stadtkern in Brandenburg, tauchen die Fotomotive im Minutentakt auf.

Das Städtchen mit weniger als 10.000 Einwohnern ist umgeben von einer fast vollständig erhaltenen Stadtmauer aus Feldsteinen.

Stadtmauer Altlandsberg, Feldstein, Sommer, Kultur, Seenland Oder-Spree, Foto: Florian Läufer
© Seenland Oder-Spree/Florian Läufer

Der älteste Teil der Wallanlagen befindet sich am 18 Meter hohen „Berliner Torturm“. Vier Meter höher, aber nicht ganz so alt ist der „Strausberger Torturm“. Der Turm und Nebengebäude dienten früher als Gefängnis und Polizeistation. Seit über 100 Jahren nisten Störche auf der Turmspitze. Die Altlandsberger nennen ihn deshalb auch den „Storchenturm“.

Altlandsberg, Storchenturm, Storchentafel, Stadtmauer, Seenland Oder-Spree, Foto Florian Läufer.jpg
© Seenland Oder-Spree / Florian Läufer

 

Blickfang am Marktplatz ist das Rathaus, das vor über 100 Jahren einmal als Amtsgericht erbaut wurde. Der Marktplatz entstand erst nach dem großen Brand im Jahre 1684, der auch das damalige Scheunenviertel zerstörte. Danach wurden die Scheunen außerhalb der Stadtmauer wieder aufgebaut. Innerhalb der Stadtmauer findet sich ein voll erhalten gebliebener Kleinstadtkern mit sanierten Bürgerhäusern und Gehöften aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Immer im September findet das Vogelscheuchenfest in Altlandsberg statt. Dann haben Besucher auch die Gelegenheit, in die Höfe hineinzuschauen!

 

Überraschung: das neue alte Schlossgut Altlandsberg

Der neue Hingucker in Altlandsberg - und das ist eine Überraschung - ist aber das Schlossgut! Hier am Rande der historischen Innenstadt wird das Areal des ehemaligen Schlossguts seit einigen Jahren Schritt für Schritt wieder hergestellt.

Schlossgut Altlandsberg, innen
© Florian Läufer

Bereits fertig sind das Brau- und Brennhaus und die Schlosskirche. Ersteres ist ein Unikat in Brandenburg. Denn nur hier sind eine Brauerei und Brennerei unter einem Dach vereint!

Brauerei Altlandsberg, Braumeister, Bier, Seenland Oder-Spree, Foto Florian Läufer.jpg
© Seenland Oder-Spree / Florian Läufer

Im Fontane-Jahr hat sich die Schlossgut-Brennerei einen „Wandergeist“ ausgedacht. Als kleine Reminiszenz an Fontanes Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Schließlich soll Fontane im nahen Schloss Wilkendorf die Idee zu seinem Bestseller „Effi Briest“ bekommen haben.

In der wieder hergestellten Remise sind die Touristinformation und der Laden untergebracht. Hier gibt es ganz viele regionale Produkte wie Honig, Seife, Obstsäfte und natürlich die Altlandsberger Biere (die Sorten Edel Hell, Cupfer und der Nachtwächter), Brände und Liköre. In den kommenden Jahren sollen unter anderem eine E-Bike-Station, ein Gästehaus, ein Saunagarten und ein Hofladen auf dem Areal entstehen. Auch der barocke Lustgarten soll nach historischem Vorbild wieder angelegt werden. Es lohnt sich also, immer wieder auf dem Schlossgut in Altlandsberg vorbeizuschauen. Und schließlich birgt ein historischer Ort wie das Schlossgut auch jede Menge Überraschungen. Zuletzt 2016. Da wurde bei Ausgrabungen der größte Münzschatz Brandenburg entdeckt. Über 7000 Münzen fanden die Archäologen im Boden gegenüber des Brau- und Brennhauses!

Münzschatz Altlandsberg, Foto Stadt Altlandsberg (1).jpg
© Stadt Altlandsberg

 

Tipp: Ein Ausflug nach Altlandsberg lässt sich das ganze Jahr machen. Ich komme besonders gerne im Sommer her. Dann mache ich immer einen Abstecher zum Obstgut Franz Müller im Ortsteil Wesendahl und pflücke mir meinen Korb Erdbeeren oder Kirschen. Im Hofladen gibt es aber das ganze Jahr Obst von den Feldern und viele regionale Produkte zu kaufen.

Text: Seenlandentdecker