Märkische S5-Region

Wie wäre es, wenn Sie mal, ohne auf den Straßenverkehr achten zu müssen, ganz entspannt auf Entdeckungsreise gehen und den östlichen Berliner Stadtrand von seiner relaxten Seite kennenlernen könnten? Das ist ohne Stress mit zwei Tramlinien möglich, die von zwei der kleinsten Straßenbahnbetrieben Brandenburgs betrieben werden und täglich viele zufriedene Fahrgäste mit ihren Triebwagen zur Arbeit und am Wochenende zu den angesagten Erholungsplätzen am Rüdersdorfer Kalksee befördern.

29. April 2021
  • © Stephen Ruebsam

  • © Florian Läufer

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  • © SRS GmbH

  • Auf der Schatofenbatterie

    Auf der Schatofenbatterie  © Museumspark Rüdersdorf

  • © Stephen Ruebsam

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Von Friedrichshagen nach Rüdersdorf

Ihre erlebnisreiche Tour durch das Rüdersdorfer Kalkseerevier startet mit der Tramlinie 88 am S-Bahnhof Friedrichshagen, zu dem Sie mit der S3 aus Berlin anreisen können. Durch den Berliner Forst fährt die Bahn dann schon gern einmal ihre Höchstgeschwindigkeit aus, die sich mit den parallel fahrenden Triebwagen nach Rüdersdorf, der noch vor kurzer Zeit seinen Dienst in Helsinki tat und zum Teil noch finnische Beschriftungen an den Wänden trägt. Ausstieg ist dann am Rüdersdorfer Marktplatz. Wer sich noch etwas mehr Zeit an der Strecke nehmen möchte, sollte eine Station zuvor beim Museumspark Halt machen. Die Denkmäler der Industriegeschichte am Kalksteintagebau lohnen unbedingt einen Besuch. Wagen Sie auch einen Abstecher nach Woltersdorf und besuchen Sie den Aussichtsturm.

Aussichtsturm, Woltersdorf, Kranichsberg, Ausblick, Seenland Oder-Spree, Foto Florian Läufer (6)
© Seenland Oder-Spree/Florian Läufer

Zu Fuß an den See

Im Ortszentrum Rüdersdorf starten Sie nun Ihre Wanderung vorbei am Restaurant Chau, das über die Region hinaus für sein gutes Sushi gerühmt wird. Vorbei an der alteingesessenen Bäckerei Friedrich, die ein gemütliches Café eingerichtet hat, führt der Weg rasch aus dem Zentrum heraus über die Holzbrücke des Kalkgrabens, der Kessel- und Kalksee miteinander verbindet. Rechts entlang führt die Wanderung nun auf den mit einem blauen Punkt gekennzeichneten 66-Seen-Wanderweg, bevor sich vor Ihnen ein bezaubernder Blick auf den Kalksee eröffnet. Das klare, auch bei Tauchern beliebte zehn Meter tiefe Gewässer ist an seinem flachen Ostufer immer wieder an wilden Badestellen und Rastplätzen zu erreichen. Spuren von ehemaligen Ausflugslokalen und dem alten Freibad vom Beginn des 20. Jahrhunderts sind immer noch zu erkennen. Heute thront der Gesundheitscampus Rüdersdorf mit Krankenhaus und Rehaklinik oberhalb des Sees.

Tourentipps Märkische S5-Region

Tourentipps Märkische S5-Region

Weitere Informationen und Tourentipps finden Sie unter:

www.maerkische-s5-region.de

Tolle Naturkulisse

Was viele Besucher vielleicht noch nicht wussten: der Kalksee, einer der großen Seen der Rüdersdorfer Gewässer, die wie Perlen an der Kette mit Kanälen verbunden sind, war lange auch Drehort für Filme. So entstand beispielsweise „Tiger von Eschnapur“ an seinen Ufern. Alte Rüdersdorfer erzählen noch von den tierischen Komparsen am See, als Elefanten am Set ihre Nebenrollen spielten. Entdecken Sie hier den Museumspark Rüdersdorf.

Leichtes Urwaldflair entfaltet der Wanderweg an der südlichen Schilfzone des Sees. Danach öffnet sich der Blick zum Kanal, der zur Woltersdorfer Schleuse führt. An seinen Ufern hat man einen schönen Blick auf die Villen aus den 1920er Jahren, die von der Beliebtheit der Gegend bei betuchten Sommerfrischlern aus der nahe gelegenen Metropole Berlin zeugen. 

Museumspark Rüdersdorf Kultur
© Florian Läufer

Wenn der Weg in Woltersdorf auf die Straße trifft, liegt links die Liebesquelle, der man seit ihrer Entdeckung besondere romantische Kräfte zuspricht. Daher ist der Besuch ein Muss für jedes verliebte Paar. Direkt daneben führt eine Treppe den Kranichsberg hinauf: Wer die Muße und die Puste hat, kann den Weg bis zum hölzernen Aussichtsturm erklimmen, der einen großartigen Blick über die Seenkette bietet und außerdem als Museum dient. Die facettenreiche Filmgeschichte Woltersdorfs und Rüdersdorfs wird in einer Ausstellung erzählt.

Rund um die Schleuse in Woltersdorf locken zahlreiche Restaurants, Cafés und Imbisse zum Einkehren ein. Vom Restaurant Liebesquelle, das Hotelrestaurant Kranichsberg und Imbisse bis zur Schleusenwirtschaft mit eigener kleiner Hausbrauerei reichen die Angebote. Über die Schleusenbrücke führt Sie der Rückweg zur Tramstation 87. Auch das Warten auf die Bahn ist hier nicht langweilig. Hier können Sie in alten Schallplatten oder beim Bäcker stöbern.

Heimwärts mit der Linie 87

Die Woltersdorfer Straßenbahn befährt mit 5,6 Kilometern eine der kürzesten Strecken Brandenburgs. Das Besondere an der Reise durch den Köpenicker Stadtforst sind aber die liebevoll gepflegten, historischen Wagen der Tram. Mit ihnen erreichen Sie bequem und total entschleunigt in einer ratternden Museumsbahn den S-Bahnhof Berlin-Rahnsdorf. Nach einem erlebnisreichen Tag bringt Sie die S3 wieder auf dem einfachsten Weg zurück in die Stadt. Sie werden Ihr Auto an diesem Tag garantiert nicht vermisst haben.

 

Märkische S5 Region, Woltersdorfer Straßenbahn
© Wikimedia Commons, A. Savin