Spätaufstehertour - Löcknitztal

Seenlandentdeckerin Stephanie

„Spätaufsteher-Tour“: Dieser Begriff hat mich stutzig gemacht, weil ich keine Spätaufsteherin bin. Aber es gibt genug andere Gründe, warum man am Wochenende nicht um 7 Uhr in Berlin starten möchte, wie zum Beispiel der Wochenendeinkauf, die Frühstückseinladung, der Oma-Besuch oder eben, wie an diesem Tag: die Hitze!

20. Juni 2021
  • © Seenland Oder-Spree e.V. / Stephanie Panne

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Unser Grund später zu starten ist: die Hitze! Früh fahren alle Berliner raus nach Brandenburg und abends zurück. Man steht dadurch im Stau oder kommt in der Bahn zu vielen Leuten deutlich zu nah. Unser Kalkül: mittags starten, da sind alle schon draußen und auch früher als wir wieder zurück - das hat perfekt funktioniert!

Mit dem RE1 ab Friedrichstraße erreichen wir in 30 Minuten Fangschleuse, wo die Spätaufsteher-Tour beginnt. Der leere und pünktliche Zug ermöglicht uns eine schnelle Anreise und das ABC-Ticket reicht hierfür sogar aus!

Ab dem ersten Schritt sind wir nur noch von grün umgeben und abgesehen von vereinzelten Schafen, sind wir die einzigen Wanderer auf der Tour. Vollkommen einsam, ruhig und kühl wandern wir durch den Wald und werden dabei stets von der kleinen Löcknitz auf der rechten Seite begleitet. Im Grunde fühlt es sich hier ein wenig an wie im Spreewald, nur ohne die Besuchermassen.

Spätaufstehertour Löcknitztal
© Seenland Oder-Spree e.V. / Stephanie Panne

Hervorragende Beschilderung und Infotafeln ermöglichen uns eine problemlose Wanderung. Vor allem der Wupatz-Lehrpfad ist sehr liebevoll und informativ für Familien gestaltet. Eine witzige Begegnung haben wir unter der Autobahn-Brücke: Hier sitzen sich je zwei Riesenfrösche gegenüber und schauen sich über die Löcknitz hinweg an. Solche großen Skulpturen an dieser Stelle haben uns überrascht. Wenn man genauer hinschaut, sehen sie alle unterschiedlich aus.

Gelegentlich hören wir die Autobahn und direkt über den Wupatzsee fliegen jetzt auch wieder Flugzeuge. Aber der überragende Eindruck ist die Stille, Einsamkeit, Frische und das Wasser der Löcknitz und des Flakensees.

Der Flakensee ist aufgrund des heißen Tages gut besucht, jedoch ist das kein Vergleich zu den Seen, auf dem Berliner Stadtgebiet trotz der Nähe zur Stadtgrenze! Uns bieten sich zahlreiche gute Bade- und Picknickmöglichkeiten.

Wir folgen dem wunderschönen Weg dicht am Flakensee entlang und steuern das hübsche Ziel, die Schleuse Woltersdorf an. Hier befindet sich ein schöner Bilderbuch-Biergarten in dem wir direkt das selbstgebraute (helle) Bier testen – schmeckt!

Tram Woltersdorf
© Seenland Oder-Spree e.V. / Stephanie Panne

Angenehm erfrischt und müde erreichen wir nach kurzem Fußweg die historische Straßenbahn und fahren mit viel Geratter den Berg hoch in Richtung S-Bahn. Andere fahren für so ein Erlebnis bis Lissabon oder gar nach San Francisco! Fix sind wir zurück am Ostkreuz.

In nur vier Stunden haben wir einen perfekten Kurz-Tag hinter der Stadtgrenze erlebt. Eine echte Überraschung und in jedem Fall weiterzuempfehlen, und zwar gerade auch an heißen Tagen!

Den kompletten Streckenverlauf der Spätaufstehertour im Löcknitztal findet ihr auch bei Komoot:
Verwunschenes Löcknitztal: Fangschleuse - Woltersdorf | Wanderung | Komoot