© TMB-Fotoarchiv / Steffen Lehmann

Die Kinder von Golzow

eine Zeitreise ins Oderbruch

Auf diesem beschaulichen Fleckchen Erde leben die Menschen im Einklang mit der wunderschönen Landschaft des Oderbruchs und seinem großen Grenzfluss. Viele kleine Dörfer mit ihren schönen Höfen und Häusern locken Künstler, Familien aus dem nahegelegenen Berlin und Naturliebhaber an, um sich von der einmaligen Atmosphäre dieses Landstriches inspirieren zu lassen. Ein Dorf blickt auf eine ganz besondere Geschichte zurück: Golzow.

Leinwand eines Kinder von den Kindern von Golzow© TMB-Fotoarchiv / Steffen Lehmann

Die Kinder von Golzow

Vor 60 Jahren kamen die Protagonistinnen der weltweit einzigartigen filmischen Langzeitdokumentation in diesem kleinen Dorf zur Schule und ahnten damals noch nicht, dass sie über mehr als 40 Jahre die Hauptfiguren dieses eindrucksvollen Dokuments der Zeitgeschichte werden würden. Der damals 26 Jahre alte Regisseur Winfried Junge erhielt von der DEFA den Auftrag eine Reportage über das Leben von Landschulkindern zu drehen. Der ersten Episode „Wenn ich erst zur Schule geh“ folgten 20 Filme bis zur letzten Folge, die im Jahr 2008 ausgestrahlt wurde.

Filmrollen im Museum Kinder von Golzow© TMB-Fotoarchiv / Steffen Lehmann

Einblicke ins DDR-Landleben

Heute sehen sich die die unterschiedlichen Zuschauergenerationen die preisgekrönte Filmreihe aus verschiedenen Perspektiven an. Die Älteren vergleichen die Bilder mit ihren eigenen aus der damaligen Zeit und die Jüngeren erfahren interessante Einsichten über das Leben ihrer Großeltern und Eltern in der ehemaligen DDR. Die Biografien der einzelnen Hauptfiguren gehen von der Schule bis in die Nachwendezeit sehr differenzierte Wege und bewegen die Zuschauer durch ihre ungeschminkten, wenig kommentierten Szenerien. Wichtige Lebensabschnitte wie Jugendweihe, Berufsausbildung, Hochzeit, Wendeerlebnisse und auch Tod werden einfühlsam porträtiert.
Das Filmmuseum in Golzow Es ist nicht überraschend, dass heute in der Schule von Golzow, in der die Protagonistinnen einst die Schulbank drückten, das Filmmuseum „Kinder von Golzow“ zu finden ist. Mit einem großen Fundus an Dokumenten, Equipment, vielen Kilometern Filmmaterial und Fotos des Regie-Paares Junge richteten die Gemeinde und der Förderverein des Museums eine multimediale Ausstellung ein, die neben der Filmgeschichte gleichzeitig lebendige Einblicke in das damalige Leben des Dorfes und ihrer Menschen gewähren. Sogar der ehemalige Schnittraum mit Originalarbeitsplatz der Junges ist in den Ausstellungsräumen nachgebildet. Die Besucher werden auf viele Exponate treffen, die ihnen aus der ehemaligen DDR noch bekannt sein dürften. Wer die Dokumentation noch nicht gesehen hat, kann im hauseigenen Studiokino Episoden der Langzeitdokumentation erleben. Auf der Leinwand des 24 Plätze fassenden kleinen Kinos können Sie sich einen Eindruck von den Filmen verschaffen und werden danach alle 20 Filme sehen wollen.

Lebendige Identität

Diese Dokumentation hat einen bedeutenden historischen Wert beim Rückblick auf das Leben in der DDR. Winfried und Barbara Junge haben behutsam und ohne Einflussnahme das Leben, die Einstellungen und Erfahrungen ihrer Hauptfiguren in den unterschiedlichen Etappen der DDR-Geschichte nach dem Mauerbau begleitet und so ein ungeschminktes Bild verschiedener Generationen auf dem Land gezeichnet sowie die Auswirkungen der deutschen Einheit auf individuelle Lebenswege porträtiert. Ein Besuch des Filmmuseums lohnt sich. Verschiedene Veranstaltungen, Filmvorführungen und Multimediaelemente laden zur Entdeckung der Geschichte und Gegenwart des Ortes und des Oderbruchs ein.

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