© Seenland Oder-Spree/Lena Burkhardt

Kreativdruck in Altlandsberg

Die Magie der Entschleunigung

Mitten im Berliner Umland, umgeben von malerisch sanierten Altstadtgassen und der ursprünglichen Kulturlandschaft, liegt ein wahres Kleinod: Altlandsberg. Hier, auf dem historischen Schlossgut Altlandsberg, wo einst der spätere König Friedrich I. seine Jugend verbrachte, durfte ich eine besondere Form des Reisens erleben – einen Slow Trip. Ganz nach dem Motto "Keep Calm & Slow Down" nimmt man sich bei einem Slow Trip Zeit für Land und Leute und entdeckt neue Perspektiven.

Monotypie – Kunst des Einzigartigen

Mein Slow Trip begann im Keller des Gutshauses. Unter der geduldigen Anleitung von Ulrich "Uli" Handke, dem Nachtwächter von Altlandsberg und diplomiertem Textildesigner, tauchte ich in die faszinierende Welt der Monotypie ein. Eine Drucktechnik, die nur ein einziges Bild – ein Unikat – hervorbringt.

Uli, unser Gastgeber und Künstler, begann mit einer kurzen Vorstellung seiner selbst und erklärte uns die Materialien, die vor uns auf dem Tisch standen und erklärte uns grob die Drucktechnik, damit wir einen ersten Eindruck kriegten. Dann konnten wir auch schon ganz ohne Umschweife selbst Hand anlegen.

Wir begannen damit eine Silikon-Unterlage mit Farbe zu bestreichen. Ich versuchte mich direkt an zwei Grüntönen, die ich zu einem Sage-grün mischen wollte. Das funktionierte zwar nicht, aber das schadete dem Ergebnis nicht. Nachdem ich das Papier auf die Unterlage gedrückt hatte, zog ich es vorsichtig wieder ab und zum Vorschein kam ein grüner Hintergrund. Es war befreiend, mit feuchter Farbe auf glattem Untergrund zu arbeiten und zu sehen, wie das einmalige Bild unter meinen Händen Gestalt annahm.

Ein inspirierender Lehrer

Ulis positive Energie war ansteckend. Er ermutigte jeden von uns, sich auf den kreativen Prozess einzulassen und jede Entstehung als Kunstwerk zu sehen. Sein Credo: Es gibt kein Falsch oder Richtig in der Kunst. Jeder Abdruck, jedes vermeintliche Missgeschick kann zu einem beeindruckenden Ergebnis führen.

© Seenland Oder-Spree/Lena Burkhardt

Ein Meer aus Farben

Schließlich erlernten wir den nächsten Schritt und die Unterlage wurde erneut mit Farbe bestrichen. Dieses Mal entschied ich mich für Pink und Weiß und verteilte die Farben so, dass ein fleckiges Muster entstand. Anschließend strich ich mithilfe eines Kammes über die Unterlage, wodurch ein besonderes Muster entstand. Das zuvor grün gedruckte Papier diente mir nun als Hintergrund und ich presste es auf die Unterlage. Ein besonderes Unikat entstand: pink-weiße Streifen mit einem besonderen Schwung zierten auf grünem Hintergrund.

Mit den Grundlagen vertraut, wurde es bunt und kreativ am Tisch. Farben wurden herumgereicht und gemischt, Schablonen zugeschnitten und bemalt, Hintergründe erschaffen und mit neuen Mustern bedruckt. Mit Ulis Unterstützung wurden wir mutiger und wann immer es nötig war, stand er uns mit Rat und Tat sowie Inspiration zur Seite. 

Leckerer Kuchen, Kaffee und Orangensaft rundeten das Angebot ab. Während ich mich zwischendurch stärkte und wartete, dass die Farbe auf dem Papier trocknete, schaute ich den anderen Teilnehmenden über die Schulter. Wundervolle Kunstwerke entstanden bei jedem von uns!

© Seenland Oder-Spree/Lena Burkhardt

Die Schönheit der Natur

Die Zeit verging, und schließlich führte uns Uli in eine weitere Technik ein, bei der wir ein Naturmotiv zum Druck verwendeten. Aus einer Auswahl von getrockneten Pflanzen, die Uli mitgebracht hatte, suchte ich mir ein Exemplar aus.

Wieder trug ich Farbe auf meine Silikon-Unterlage auf – ich entschied mich für dunkelblau – und drückte darauf die getrocknete Pflanze. Mit einem Blatt Papier, welches ich gewissenhaft glatt drückte auf die Unterlage, zog ich die überschüssige Farbe ab und zurück blieb ein dunkelblauer Abdruck der Pflanze. Die Blüten sahen aus wie kleine Schmetterlinge.

Nachdem ich den Abdruck gut trocknen ließ, strich ich mit einer zweiten Farbe darüber. Ich entschied mich für Gold. Wieder drückte ich ein weißes Papier auf die Unterlage, diesmal ein dickeres, welches sich wertiger in meiner Hand anfühlte und zum schimmernden Gold passte, welches ich gewählt hatte. Vorsichtig zog ich ab und hielt ein Bild in der Hand, welches eine dunkelblaue Pflanze mit Schmetterlings-Blüten auf goldenem Hintergrund zeigte. WOW! Ein Stück echte Natur! Mein Lieblingsstück dieses Kreativ-Workshops.

Entschleunigung pur

Das Besondere an diesem Slow Trip war nicht nur die Kunst, sondern auch die Atmosphäre. Der Austausch mit anderen Teilnehmenden, die Entspannung beim Mischen der Farben und der freie Lauf der Kreativität unter Ulis Anleitung - all dies trug zu einem Gefühl der Entschleunigung bei. Ich fühlte mich befreit von den Alltagslasten und ganz im Hier und Jetzt.

Nach drei Stunden des kreativen Schaffens und des Austauschs, sammelte ich meine Werke ein, verabschieden mich und ließ den Abend mit einem Spaziergang ausklingen. Ich spazierte über das Schlossgut, welches im sanften Abendlicht lag und genoss die Ruhe und Schönheit dieses Ortes. Ich fühlte mich leicht und entspannt.

Fazit

Der Slow Trip nach Altlandsberg war mehr als nur ein Workshop. Es war eine Erfahrung, die mich daran erinnerte, wie wertvoll es ist, sich bewusst Zeit für sich selbst zu nehmen, zu entschleunigen und sich von der Kunst und Kultur inspirieren zu lassen. Mit eigenen Kunstwerken im Gepäck und dem Wunsch, diese Erfahrung zu wiederholen, kehrte ich zurück. Und ich freue mich schon auf das erweiterte Angebot von Uli im kommenden Jahr!

Seenland Entdeckerin Lena

Erlebe deinen eigenen Slow Trip mit Ulrich Handke

Kreativ-Druck auf dem Schlossgut Altlandsberg

  • 15345 Altlandsberg

  • 033438 151150

  • info@schlossgut-altlandsberg.de

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