Ein neues Gesicht für das Seenland Oder-Spree
Ein besonderer Moment des Tourismustages war die Vorstellung des neuen gemeinsamen Markenauftritts im Seenland Oder-Spree. In den vergangenen Monaten hatte der Tourismusverband gemeinsam mit seinen touristischen Partnern und der Agentur STROKE AND MARVEL intensiv daran gearbeitet, dem Auftritt der Reiseregion ein gemeinsames Gesicht zu geben. Entstanden ist ein neues Branding, das die Vielfalt des Seenland Oder-Spree sichtbar macht und der Region ein frisches, eigenständiges und wiedererkennbares Gesicht gibt. Farben, Typografie, Bildwelt und grafische Elemente greifen ineinander und schaffen einen Rahmen für unterschiedlichste Anwendungen. Doch hinter dem neuen Erscheinungsbild steckt mehr als ein neues Design. Es ist das Ergebnis eines gemeinsamen Prozesses und soll die touristischen Partner der Region noch stärker miteinander verbinden. Ziel ist es, künftig gemeinsam aufzutreten, Wiedererkennbarkeit zu schaffen und über Orts- und Landkreisgrenzen hinweg eine gemeinsame Sprache zu sprechen.
„Unser neues Erscheinungsbild ist weit mehr als ein neues Logo oder eine neue Gestaltung. Wir haben es gemeinsam mit unseren Partnern entwickelt, weil das Seenland Oder-Spree von seiner Vielfalt und von den Menschen lebt, die den Tourismus hier gestalten. Diese Vielfalt wollen wir bewahren und gleichzeitig stärker als eine gemeinsame Reiseregion auftreten. Wenn wir nach außen eine gemeinsame Sprache sprechen, werden wir als Seenland Oder-Spree noch klarer wahrgenommen, ohne dass die Besonderheiten der einzelnen Orte verloren gehen“, erklärt Ellen Rußig, Geschäftsführerin des Seenland Oder-Spree e. V. Beim Tourismustag wurde das neue Erscheinungsbild erstmals einem größeren Kreis vorgestellt und damit der Startschuss für die gemeinsame Anwendung gegeben.
Deutsch-polnische Zusammenarbeit auf zwei Rädern
Wie grenzüberschreitende Zusammenarbeit praktisch aussehen kann, zeigte der zweite große Schwerpunkt des Tourismustages: der Auftakt eines deutsch-polnischen Interreg-Projekts „ODRA – ODER VELO – Grenzüberschreitendes Netzwerk“. Vertreter des Marschallamtes der Woiwodschaft Lubuski stellten das gemeinsame Vorhaben vor. Ziel des Projektes ist es, den Fahrradtourismus im deutsch-polnischen Grenzgebiet weiterzuentwickeln und die Regionen beiderseits der Oder touristisch noch stärker miteinander zu vernetzen. Bis 2029 sollen unter anderem drei grenzüberschreitende Radrouten mit regionalem, historischem und naturtouristischem Schwerpunkt entwickelt und mit Erlebnisraumelementen ausgestattet werden. Darüber hinaus ist die Entwicklung eines Zertifizierungssystems für fahrradfreundliche Orte vorgesehen. Leadpartner des Projektes ist die Woiwodschaft Lubuski. Gemeinsam mit den deutschen und polnischen Projektpartnern soll in den kommenden Jahren ein Netzwerk entstehen, das nicht an der Landesgrenze endet, sondern die touristischen Angebote beiderseits der Oder miteinander verbindet.
Von Zukunftstrends bis KI: Fachliche Impulse für den Tourismus
Neben den beiden großen Projekten bot der Tourismustag Raum, sich intensiv mit den Veränderungen auseinanderzusetzen, die den Tourismus in den kommenden Jahren prägen werden. Zukunftstrends, Markenentwicklung und der konkrete Einsatz Künstlicher Intelligenz standen dabei ebenso auf der Agenda wie die Frage, wie touristische Betriebe und Destinationen für ihre Gäste zu starken Lieblingsmarken werden können. Mit seiner Keynote „Zukunft ist kein Zufall – Trends und Innovationen im Tourismus“ richtete Oliver Puhe den Blick nach vorn. Er zeigte auf, welche gesellschaftlichen und touristischen Entwicklungen die Branche bewegen und wie aus Trends konkrete Chancen entstehen können. Martin Schobert widmete sich in seinem Vortrag „Emotionale Intelligenz – eine starke Marke als Schlüssel zum Erfolg im KI-Zeitalter“ dem Zusammenspiel von Marke, Emotion und technologischem Wandel. Im Mittelpunkt stand die Frage, was eine starke touristische Marke in einer zunehmend von Künstlicher Intelligenz geprägten Welt auszeichnet und warum die emotionale Verbindung zum Gast dabei weiter an Bedeutung gewinnt.
Vom Impuls ging es anschließend direkt in die Praxis. Im Workshop „Künstliche Intelligenz im Tourismus – welchen Nutzen schafft KI wirklich?“ beschäftigten sich die Teilnehmenden mit konkreten Anwendungsmöglichkeiten der Technologie und der Frage, wo KI die tägliche touristische Arbeit sinnvoll unterstützen und einen tatsächlichen Mehrwert schaffen kann.
Dass Markenarbeit nicht nur im Seminarraum stattfinden muss, zeigte der Walkshop am Scharmützelsee „Meine Lieblingsmarke – und wie ich zur Lieblingsmarke meiner Gäste werde“. Beim gemeinsamen Gehen und Austausch setzten sich die Teilnehmenden damit auseinander, was persönliche Lieblingsmarken ausmacht und welche Erkenntnisse sich daraus auf touristische Angebote und Betriebe übertragen lassen.
Vor allem der persönliche Austausch spielte an diesem Nachmittag eine wichtige Rolle. Touristikerinnen und Touristiker, kommunale Vertreter und weitere Partner aus Deutschland und Polen nutzten die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, bestehende Kontakte zu vertiefen und neue Verbindungen zu knüpfen. Denn die touristische Zukunft des Seenland Oder-Spree entsteht nicht an einem einzelnen Ort, sondern gemeinsam in der Region und zunehmend auch über die Oder hinweg.

