Auf dem Oderbruchbahn-Radweg den Früchten hinterher - Spätaufsteher-Tour

Dort, wo vor über 100 Jahren die alte Oderbruchbahn fuhr, radelst Du abseits bekannter Pfade durch die weite Landschaft Feldern, Wiesen und Seen. Neben idyllischen Kleinoden und Dörfern, die Du entdecken wirst, sind es vor allem die vielen Obstbäume und Beerensträucher am Wegesrand, die begeistern und zur Erntezeit zur Kostprobe einladen.

  Länge   Dauer
38 km 3 h

Dort, wo vor über 100 Jahren die alte Oderbruchbahn fuhr, radelst Du abseits bekannter Pfade durch die weite Landschaft Feldern, Wiesen und Seen. Neben idyllischen Kleinoden und Dörfern, die Du entdecken wirst, sind es vor allem die vielen Obstbäume und Beerensträucher am Wegesrand, die begeistern und zur Erntezeit zur Kostprobe einladen.

Deine Spätaufsteher-Highlights:

  • Still und weit: auf der ehemaligen Bahntrassen dahingleiten und kaum jemand begegnen
  • Legaler Mundraub: Apfelbäume, Kirschbäume, Himbeersträucher, Wildkräuter und tausende Kirschpflaumen warten, in der Blütezeit bestaunt und im Sommer und Herbst probiert zu werden
  • Idyllisch: im Garten und Schloss Steinhöfel verweilen

Start: Bhf. Müncheberg
Ziel: Bhf. Fürstenwalde
Länge: 38 km / ca. 2,5 - 3 h
Anreise ÖPNV: RB26 ab Ostkreuz / Lichtenberg bis Bhf. Müncheberg
Abreise ÖPNV: RE 1 ab Fürstenwalde / Spree

Anfahrtstipp:
Vom Bahnhof Steinhöfel ist es nun nicht mehr weit bis in das Naturparadies. Man hält sich links und biegt dann rechts in die Dahmsdorfer Straße ab, oraufhin man direkt am Großen Schlagenthinsee ankommt.

Start in Müncheberg
Die Regionalbahn bringt Dich zügig raus aus der Stadt und zum schmucken Bahnhof Müncheberg. Du bist auf der ehemaligen Königlich Preußischen Ostbahn unterwegs, wie die Infotafeln am Bahnhof erzählen. Von hier aus starten die meisten Ausflügler in Richtung Buckow und Märkische Schweiz. Du hingegen entscheidest Dich gegen den Strom und folgst den Wegweisern mit der grünen Bahntrasse und blauem Band. Vor über 100 Jahren nahm die alte Oderbruchbahn Fahrt auf. Noch bis Mitte der 90er Jahre zuckelte sie durch die Lande, hier in Müncheberg zuletzt 1964. Heute verläuft auf der alten Trasse einer der schönsten Radwege östlich von Berlin.
Bevor es in den Ortskern geht, kannst Du einen Blick auf den schönen Schlagenthinsee werfen. Dann radelst Du am Leibniz Institut für Agrarlandschaftsforschung vorbei. Unter der Woche hat man die Möglichkeit zur Selbstpflücke für Äpfel, Birnen, Aprikosen, Kirschen, & co. Schau Dir auch die alten Befestigungsanlagen aus Backstein und die alte Stadtmauer mit den zwei Stadttoren an. Den Turm der mächtigen Pfarrkirche kannst Du besteigen und so einen Überblick über den Ort und die sanfte Hügellandschaft bekommen, die Du Dir nach Süden hin erradeln wirst.

Weit weg von Autos und Lärm
Der von alten Linden, Kastanien und schützenden Hecken umsäumte solitäre Radweg führt Dich über die Felder zu einer sehenswerten Guts- und Dorfanlage. Rund um den Behlendorfer Schinkelhof werden alte landwirtschaftliche Geräte ausgestellt. Der Gutshof mit seinem achteckigen Grundriss wurde um 1800 nach englischen Vorbildern entworfen. Die Feldsteinoptik unterstreicht das ländliche Ambiente perfekt.
Am Ende des Dorfes tut sich der idyllische Heinersdorfer See auf. Hier solltest Du einen Moment verweilen, um den schönen Ausblick zu genießen. Selbst im Hochsommer ist an der kleinen Strandbadestelle kaum etwas los. Der Radweg schlängelt sich am Ufer entlang. Ein im Schilf fast nicht mehr erkennbarer Steg ruft leise nach Instagram und einem Foto. Auch einige Apfelbäume und viele Brombeeren gibt es direkt am Weg.
Im kleinen Heinersdorf empfängt dich das Gasthaus „Alte Schmiede”, das sich gut für eine Pause eignet. Bei sonnigem Wetter gibt es selbstgebackenem (Apfel-)Kuchen und hausgemachtem Eis auf der Terrasse. Bestellungen und Wünsche nimmt auch der nahe gelegene lustige Storchenturm mit Briefkasten entgegen. Der Horst ist meist von März bis August mit den Störchen besetzt.

Alte Sorten
Weiter geht es auf der wunderschönen Radwegeallee und in der Ferne grüßen die Rauener Berge herüber. Zur Erntezeit leuchten immer wieder die farbig intensiven Kirschpflaumen am Wegesrand auf, die Du natürlich probieren kannst. Die Bäume können die vielen Früchte kaum halten und die tiefhängenden Zweige zwingen Dich hier und da zur lustigen Schlängelfahrt. Soll es noch mehr Obst sein? Dann empfehlen wir Dir einen Abstecher ins etwa 4 km entfernte Tempelberg, wo sich westlich des Ortes an einem Sandweg die älteste Apfelbaumallee Brandenburgs befindet. In den vergangenen 200 Jahren wurden dort 80 verschiedene und heute besonders alte Apfelsorten gepflanzt, die nun knorrig und windschief dem Wetter trotzen.
In Hasenfelde teilt sich der Oderbruchbahnradweg. Die Hauptachse führt weiter nach Nordosten und nach Wriezen, Du aber folgst der Route nach Fürstenwalde. Aufwändig gestaltete Infotafeln erzählen von der einstigen Bahn, die für mehr als ein halbes Jahrhundert die Lebensader der Region war und die kleinen und großen Orte des Oderbruchs mit der Metropole Berlin verbanden.

Stilvoll in Steinhöfel
In Steinhöfel angekommen solltest Du unbedingt einen Stop am Schloss einplanen. Mit seiner Parkanlage im englischen Stil ist es eines der schönsten Adelssitze in der Mark Brandenburg. Der weitläufige Park bietet schöne Sichtachsen und Ausblicke auf Wiesen, alte Bäume und den Teich. Mach Pause auf der schönen Bank unter der großen Eiche oder erkunde den Garten Steinhöfel. Dieser wird von einem Verein betreut und ist von Mai bis Oktober begehbar. Apfelbäume mit alten Sorten werden hier liebevoll erhalten. Logischerweise kannst Du hier in der Saison frischen Apfelkuchen bekommen. Entweder im Café des Schlosses oder im Alten Amtshaus Steinhöfel mit kleiner Galerie kannst Du die regionalen Sorten probieren.

In die Domstadt Fürstenwalde
Auf dem letzten Abschnitt Deiner Spätaufsteher-Tour geht es nochmal idyllisch zu. Die Räder rollen fast wie allein auf dem guten Belag. Die den Radweg umschließenden Bäume machen die Fahrt im Halbschatten vor allem im Sommer angenehm. Manchmal denkst Du, dass Du durch einen grünen Tunnel fährst. Auch hier findest Du nochmals reichlich Pflaumen und Mirabellenbüsche, die von August bis September erntereif sind.
Zu guter Letzt kommst Du in die Domstadt Fürstenwalde. Bevor Du in den RE1 steigst, lohnt sich noch ein kleiner Ausflug in die mittelalterliche Altstadt und den Spreeuferpark. Der Fürstenwalder Dom St. Marien ist mit seinem 68 m hohen Turm weithin sichtbar und das Wahrzeichen der Stadt. Rund um das imposante Gebäude kannst Du in einem der Cafés und Restaurants den Tag und Deine Tour entspannt ausklingen lassen.

Plane jetzt Deine Spätaufsteher-Tour auf dem Oderbruchbahn-Radweg!

Öffi-Tipp:

  • Wir empfehlen, die Tour in der beschriebenen Richtung zu fahren. Umgekehrt geht’s auch, allerdings sind die Kapazitäten der Regionalbahn 60 für die Radmitnahme begrenzt und es kann zu Engpässen kommen.
  • Gerade an den Wochenendenden sind die Bahnen im Regionalverkehr Brandenburg nachmittags und abends mit Fahrrädern öfters recht voll. Beachte dazu auch die Tipps zur Radmitnahme vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg.

Tipp für Mundräuberinnen und -räuber:

  • Die genauen Standorte der frei zugänglichen Obstbäume findest Du u.a. auf mundraub.org

Einkehrtipps:

  • Steinhöfel: Restaurants & Café im "Schloss Steinhöfel" / Hofcafé Schlossremise Steinhöfel; Café im Alten Amtshaus Steinhöfel
  • Heinersdorf: Alte Schmiede
  • Fürstenwalde: Zunfthaus 383, Bierverkostung in der Brauerei, Café Herrlicher, Cafe Schukurama, Hanny´s, Restaurant Bischofsschloss

Karte & Anreise

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