© Florian Läufer

Kulturhafen

Groß Neuendorf

Vom Umschlagplatz zur Aussicht 

Am Oderufer bei Groß Neuendorf erhebt sich ein markantes Wahrzeichen des Oderbruchs: der historische Verladeturm. Früher lärmten hier Förderbänder und Waggons, Schiffe lagen an der Kaimauer vertäut, und Getreide wurde aus den Speichern in die weite Welt verschifft. Heute ist es still geworden – doch die Geschichte liegt in der Luft, spürbar zwischen Eisen, Holz und Wasser.

Der Turm wurde 1953 erbaut und diente bis 1971 als Umschlagplatz für Getreide und landwirtschaftliche Güter, die von der Oderbruchbahn auf Schiffe verladen wurden. Er war ein Symbol für den Fleiß und die Wandlungsfähigkeit dieser Landschaft – ein Ort, an dem Bewegung und Beständigkeit aufeinandertrafen. Nach Jahrzehnten des Schweigens wurde das Gelände behutsam wiederbelebt: Heute laden Café, Ausstellung und Ferienunterkünfte im Turm, im Maschinenhaus und in alten Bahnwaggons dazu ein, Geschichte neu zu entdecken.

Wer hier oben steht, spürt den Wind vom Fluss und den Rhythmus der Landschaft. Die Weite beruhigt, das Wasser fließt leise, und der Blick über das alte Hafenbecken erzählt von Wandel und Kraft. Der Kulturhafen ist ein Ort zum Akku aufladen – für Körper und Geist – und weckt zugleich Neugierde auf das, was war und bleibt: die Energie des Oderbruchs, die sich immer wieder neu erfindet.

Jens Plate  

 

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