Das Schilf rauscht im Wind, Segelboote am Horizont, am Wasser herrscht gelassene Betriebsamkeit. Seit über hundert Jahren gilt der Schwielochsee als Sehnsuchtsort, eingebettet in eine waldreiche, eiszeitlich geformte Landschaft mit Schilfgürteln, stillen Buchten, offenen Seeblicken und kleinen Ortschaften. Wer den See erkunden will, steigt am besten in Beeskow aufs Rad, folgt der Spree zum großen Wasser und richtet unterwegs den Blick auf die Geschichten am Weg, die bis nach Australien reichen – eine Tagestour, die Natur und Beschaulichkeit vor Tempo stellt.
Start / Ziel: Bahnhof Beeskow oder Markt
Länge / Dauer: 53 km / ca. 4 - 4,5h reine Fahrtzeit
Logo / Wegstreckenzeichen: Fahrrad-Rad unten rechts, im Hintergrund ein blauer See
Charakter: Moderate Tagestour durch die reizvolle Landschaft an der Spree und rund um den Schwielochsee; überwiegend auf asphaltierten Radwegen und Nebenstraßen. Viele Seeblicke und Badeoptionen.
Verlauf: Beeskow, Ranzig, Trebatsch, Zaue, Goyatz, Niewisch, Friedland, Beeskow
Extra-Tipp: Fernglas für die Weitsichten, Badesachen im Sommer
An- / Abreise:
- ÖPNV: Per S- oder Regionalbahn bis Königs-Wusterhausen, dann mit RB36 bis Beeskow (auch von Frankfurt (Oder))
Beeskow mit RB36 bis Königs-Wusterhausen, anschließend RE2 - PKW: Z.B. öffentl. Parkplatz Bahnhofsnähe oder Fangschleusenstraße an der Löcknitz
Wegbeschreibung
Beeskow – wo Geschichte Geschichten erzählt
Beeskow begrüßt zu einem Auftakt, die historische Altstadt, fast vollständig von einer Stadtmauer gerahmt, darüber der Turm der großen Marienkirche. Auf der nahen Spreeinsel präsentiert die Burg Beeskow ihre massiven Mauern. Ruderkähne liegen still im Wasser, Enten begleiten mit wohlwollendem Geschnatter die ersten Meter an der friedlichen Spree. Der Spreeradweg führt zügig gen Süden, bald grüßt Ranzig. Hinter den Kiefern frohlockt der klare Ranziger See zum frühen Badestopp.
Das Leichhardt-Dorf Trebatsch
Nach einer Brückenquerung über die Spree dreht sich in Trebatsch fast alles um Ludwig Leichhardt. Der Naturwissenschaftler wird oft als „Humboldt von Australien“ bezeichnet. Vom Ufer der Spree aus führten ihn später legendäre Expeditionen in die Weite des fünften Kontinents, wo er 1848 bei einer Durchquerung verschollen blieb.
Hier sagt man „Schöne Aussicht”
Ein kurzer Anstieg, dann öffnet sich die Szene und auf der Höhe gibt der Swietenberg den Blick frei: Lichtbänder, Segelboote, Uferkurven und Waldinseln am Ostufer.
Und immer wieder Australien
Australien bleibt leiser Begleiter: am Zauer Naturcampingplatz „Ludwig Leichhardt“ begrüßt eine Känguru-Truppe am Strand. Ein Stück weiter wird es still, denn die romanische Saalkirche Zaue von 1420, später barock ergänzt, bewahrt Fresken und kühle Ruhe. Unterhalb ergänzt der Dahliengarten das Kleinod, in dem sogar eine „Leichhardt-Dahlie“ blüht.
Vom Leben in den Wasserdörfern
Auf halber Strecke liegt Goyatz am Kleinen Schwielochsee. Kleine Marinas, klackernde Masten und Leinen im Wind prägen die Szenerie, gelegentlich legt die MS Schwielochsee zur Rundfahrt ab, und in der Tourist-Information im restaurierten Bahnhof mit alten Waggons blättert die Geschichte auf, als Güter über Oder, Havel und Spree bis hierher kamen und auf die Pferdebahn Richtung Lausitz umgeladen wurden.
Ostufer in leisem Takt
Zwischen Erlen und Kiefern liegen am Ostufer kleine Bungalowsiedlungen. In Niewisch erzählen Tafeln vom Naturschutzgebiet. Wer möchte, probiert Schwielochsee-Aal aus eigener Räucherei von Mario Fischer, Bio Landwirt und Fischer, oder kehrt ins örtliche Gasthaus ein, bevor die Tour den großen See Richtung Friedland verlässt.
Zurück nach Beeskow
Hinter Friedland begleitet eine Obstbaumallee den Weg. In Leißnitz setzt Brandenburgs einzige handbetriebene Personenfähre über nach Ranzig – eine charmante Abkürzung für alle, die in Goyatz gestartet sind, oder ein kleines Schauspiel für jene, die dem Wechsel der Ufer zusehen.
Zurück in Beeskow findet die Tour an der Spreeinsel mit ihrem idyllischen Stadthafen einen schönen Schlusspunkt.
Unser Tipp: Mit der einzigen Handseilzugfähre Brandenburgs zwischen Leißnitz und Ranzig die Spree überqueren!
Sehenswertes:
- Beeskow: historischer Stadtkern, Burg, Marienkirche
- Trebatsch: Ludwig-Leichhardt-Museum
- Zwischen Trabatsch und Zaue: Leichhard-Blick vom Swietenberg,
- Zaue: Badestelle am Naturcampingsplatz "Ludwig Leichhard" und Kirche in Zaue
- Goyatz: Badewiese am Ludwig-Leichhardt-Ufer, historischer Spreewaldbahnhof
- Niewisch: Naturschutzgebiet Uferwiesen bei Niewisch
- Friedland: Streleburg
- Leißnitz: Handseilzugfähre
Einkehrtipps:
- Beeskow: Stadtcafé, Genuss Werk Stadt, cucina verde Burgcafé, Trattoria Venezia am Spreeufer
- Ranzig: Landfleischerei Ranzig
- Zaue: Waldklause
- Goyatz: Gasthaus Hafenterasse
- Niewisch: Gasthaus Schwielochsee
- Friedland: Eiscafé Zucker am Markt in Friedland
- Stadtinformation Beeskow
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