Mit der Stipprute auf Plötze und Rotfeder

Das Seenland Oder-Spree ist mit den zahlreichen Seen ein echtes Paradies für Angler! Dank der vielen Schutz- und Rückzugsorte sind die Fischbestände intakt und die Aussichten auf außergewöhnliche Fänge groß. Florian Läufer, Fotograf, Journalist und Angelspezialist, gibt Ihnen hier einen Teil seines Wissens wieder.

von Florian Läufer  ·  18. Oktober 2019

© Seenland Oder-Spree e.V./ Florian Läufer

Wer als kleiner Bub mit dem Angeln beginnt, macht seine ersten anglerischen Gehversuche meist mit der Stippangeln. Und tatsächlich: das Angeln mit der „Stippe“ ist kinderleicht zu erlernen, dabei auf Friedfische wie Plötze, Blei und Rotfeder aber so erfolgreich wie kaum eine andere Methode. Kein Wunder, dass selbst erfahrene Angler gerne und oft auf die lange Rute ohne Rolle zurückgreifen.

Treppelsee 10
© Seenland Oder-Spree / Florian Läufer

Profis verwenden Ruten mit Längen von deutlich mehr als zehn Metern Länge, im Normalfall kommen wir aber mit einer 5 bis 7 Meter langen Stipprute aus. Und so wird die Stippe montiert: Dass eine Angelrolle überflüssig ist, haben wir eben gesagt. Stattdessen wird an die Rutenspitze eine dünne Monofilschnur angeknotet, welche die gleiche Länge wie die Rute hat. Jetzt montieren wir eine Pose mit rund 2 Gramm Tragkraft, binden einen Haken der Größe 10 bis 16 ans Ende der Schnur und tarieren mit kleinen Bleischroten die Pose so aus, dass nur noch die feine Antenne aus dem Wasser ragt - fertig.

Angeln, Köder, Details 5
© Seenland Oder-Spree / Florian Läufer

Als Köder kommen Maden (gibt’s in jedem Angelgeschäft zu kaufen), Dosenmais oder kleine Laub- und Mistwürmer infrage. Um die Fische an den Platz zu locken (und dort zu halten), müssen wir anfüttern. Dazu feuchten wir Paniermehl nach und nach mit Wasser an, bis sich daraus kleine Bällchen formen lassen. Die richtige Konsistenz hat die Mischung, wenn die Futterballen nach dem Einwerfen auf unsere Angelstelle auseinander platzen und im Wasser eine Futterwolke bilden, die langsam zum Boden sinkt. Fische nehmen den Geruch das Paniermehls unter Wasser wahr und kommen auch aus größerer Entfernung angeschwommen, um sich die Bäuche vollzuschlagen. Extra-Tipp: Im Fachhandel können sie spezielles Stippfutter kaufen, das zusätzlich mit Aromastoffen versetzt wurde und so die Fische noch neugieriger macht.
Haben wir unsere Angelstelle mit einigen Bällchen vorgefüttert, beködern wir unseren Haken und servieren ihn in direkter Nähe der Futterwolke. Anfangs kann es ein bisschen dauern, bis sich die Fische eingefunden haben. Manchmal muss man ein wenig mit der Angeltiefe herumexperimentieren, bis man die Wasserschicht gefunden hat, in der die Fische fressen. Meistens gehen Rotfedern in Oberflächennähe, Plötze im Mittelwasser und Brachsen am Grund an den Haken. Ist der erste Fisch gefangen, geht es häufig Schlag auf Schlag. Die Rute bleibt dabei die ganze Zeit in der Hand. Sobald die Pose auf Tauchstation geht, setzen wir den Anhieb.

Rotfeder_Weißfisch 2
© Seenland Oder-Spree / Florian Läufer

Petri Heil!

Treppelsee 1
© Seenland Oder-Spree / Florian Läufer

Gewusst wie: Pose austarieren!
Fische nehmen nicht wahllos jeden Köder auf und spucken ihn sofort aus, wenn sie Verdacht schöpfen, dass etwas nicht stimmen könnte. Häufig geschieht dies, weil sie bei der Köderaufnahme Widerstand spüren. Darum ist es wichtig, die Pose mit kleinen Bleischroten so auszutarieren, dass nur noch die feine Antenne aus dem Wasser ragt. Warum? Darum: Der schwimmende Posenkörper hat ohne (oder mit zu wenig) Bleischrot auf der Schnur so viel Auftrieb, dass der Fisch ihn erst mühsam unter Wasser ziehen muss. Mit der richtigen Menge Blei ist der Auftrieb ausgeglichen, sodass der beißende Fisch keinen Widerstand spürt. Ganz schön clever!