Naturpark Schlaubetal

Beschreibung

Eine Schatzkammer der Artenvielfalt ist der Naturpark Schlaubetal im Südosten Brandenburgs. Drei Viertel aller in Brandenburg vorkommenden Tier- und Pflanzenarten finden sich im Schlaubetal, einige davon nur hier. Auf Feuchtwiesen wachsen Orchideen, Schmetterlinge in allen Farben gaukeln im Sommerwind. Fast 700 Arten wurden in diesem Großschutzgebiet nachgewiesen. Der seltene Hochmoorperlmutterfalter ist das Wappentier des „Schmetterlingsnaturparks“.
Aufmerksame Beobachter können den im klaren Wasser fischenden „fliegenden Edelstein“, den Eisvogel, oder die elegante zitronengelbe Gebirgsstelze mit ihren grazilen, beinahe tänzerischen Bewegungen entdecken. Beim Blick nach oben ist zuweilen der majestätisch über der romantischen Szenerie kreisende Seeadler zu sehen. Auch das drollige Liebesspiel des Haubentauchers kann beobachtet werden. Das Hämmern der Spechte ist nicht zu überhören. Nicht jeder bekommt den ersten Absprung der jungen Schellenten aus luftiger Höhe zu Gesicht: Wie flauschige Wattebäusche springen die scheuen Höhlenbrüter, noch bevor sie flügge geworden sind, aus den zum Teil acht bis zehn Meter hoch liegenden Bruthöhlen alter Baumriesen, um ihrer Mutter schnurstracks zum nächsten Gewässer zu folgen.

Den Naturpark prägt eines der schönsten Bachtäler Brandenburgs. Geformt wurde es – wie fast alle Brandenburger Landschaften – von den beiden Eiszeiten. Sie ließen eine abwechslungsreiche Landschaft auf engem Raum zurück, mal flach, mal wild bewegt und vielerorts atemberaubend schön. Die Schlaube windet sich zunächst wie ein Mittelgebirgsbach durch ein tiefes Kerbtal. In dieser Umgebung fühlen sich selbst Vogelarten des Gebirges wohl: die Wasseramsel als Gast, die Gebirgsstelze sogar als Brutvogel. Später schlängelt sich die Schlaube dann als gemächlich dahinfließender Wiesenbach dem Großen Müllroser See zu.

Den mittleren Teil des Naturparks dominiert die Reicherskreuzer Heide. Schafbeweidung bewahrt den Heidecharakter des früheren Truppenübungsplatzes. Die Ginsterblüte im Mai und die Blüte der Besenheide Ende August zeigt die Landschaft von ihrer schönsten Seite – als gelbes Blütenmeer oder lilafarbener, weit reichender Teppich.

Ein gut ausgebautes Wegenetz kommt vor allem Wanderern und Radfahrern im Naturpark zugute. Von Müllrose führen Radwege entlang der Schlaube, im Norden zum Helenesee oder Richtung Osten zum Friedrich-Wilhelm-Kanal. Im Süden können Radwanderer die Tour mit einem Sprung ins kühle Nass des Großsees oder des Pinnower Sees verbinden, die in einem dünn besiedelten Seen- und Moorgebiet des Naturparks liegen. Wer es gemütlicher mag, fährt entlang der Oder und Neiße Richtung Eisenhüttenstadt. In Guben führt die große Neißebrücke auf die polnische Seite.

Müllrose ist staatlich anerkannter Erholungsort. Die Stadt bietet Besuchern neben dem sehenswerten, historischen Marktplatz ein Frei- und ein Strandbad, einen Naturlehrpfad und einen Wander- und Spazierweg rund um den Großen Müllroser See. Das „Haus des Gastes“ mit Schlaubetal-Information, Heimatmuseum, Bibliothek und zwei Dauerausstellungen vereint Tourismus, Kultur und Wirtschaft unter einem Dach. Die Müllroser Mühle, ältester und bedeutendster Mühlenbetrieb der Region, entwickelte sich seit 1839 zum modernen Industriebetrieb.
Siebzehn Wassermühlen gab es einst in der Naturparkregion. Einige sind noch erhalten, an die anderen erinnern Reste von Stauanlagen und verborgene Teiche.
Das Kloster Neuzelle ist ein Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung. Es stellt eines der wenigen vollständig erhaltenen Klosteranlagen Deutschlands und Europas dar und zählt zu den größten Barockdenkmalen Nord- und Ostdeutschlands.

Viele der örtlichen Gaststätten servieren ihren Besuchern den „Schlaubetal-Teller“, ein preiswertes Gericht, dessen Zutaten frisch aus der Umgebung stammen.
Im Herbst kommt die Zeit der Pilzsammler. Pfifferlinge, Maronen und Steinpilze füllen die Körbe. Waldfrüchte wie Preisel- und Heidelbeeren erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit. Der Herbst verzaubert den Wald mit den schönsten Farben und stimmungsvollen Spiegelungen auf dem Wasser. Wanderer können zur Brunftzeit im Oktober dem imposanten Röhren der Rothirsche lauschen.

Weitere Informationsstellen:

Schlaubetal-Information im Haus des Gastes
Kietz 5
15299 Müllrose
Tel.: 033606-77290
E-Mail: schlaubetalinfo@t-online.de
Internet: www.schlaubetal-tourismus.de

Karte & Anreise

Bitte geben Sie Ihre Startadresse ein

Reiseauskunft der Deutschen Bahn AG

Geben Sie bitte Ihren gewünschten Abfahrtsort ein. Sie können auch die Straße und Hausnummer mit eingeben, für eine genaue Berechnung der Strecke.