Übernachtung im Oderbruch

Seenlandentdeckerin Fine

Wer träumt denn nicht von weiten Reisen in die Ferne? Doch gibt die Zeit gelegentlich nur die kleinen Ausflüge in die Nachbarschaft her. Aber sind die nicht manchmal genauso gut? Fine campt gemeinsam mit ihrem Freund eine Nacht im Oderbruch und berichtet von ihrem Mikroabenteuer.

29. Mai 2021
  • © Seenland Oder-Spree e.V. / Fine Schulz

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  • © Seenland Oder-Spree / Fine Schulz

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  • © Seenland Oder-Spree e.V.

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Eine kleine Auszeit durch ein Camping im Oderbruch – das haben wir uns für dieses Wochenende vorgenommen. Schnell sind die Taschen gepackt und die Zugverbindung recherchiert. Obwohl wir nur im Garten einer Internetbekanntschaft übernachten, wollen wir unser Camping so unabhängig gestalten, wie es nur geht. Dazu gehört eben auch die Mitnahme von Proviant. Vor lauter Aufregung vor der geplanten Unternehmung, vergessen wir glatt unser Mittagessen und bekommen viel früher als gedacht Hunger. Verdammt – das war nicht einkalkuliert! In Küstrin-Kietz angekommen rechnen wir Großstädter nicht damit, dass der einzige Bäcker dieses Ortes bereits geschlossen haben könnte. Wir müssen uns also bereits eher an einem Teil unseres Proviants zu schaffen machen. Wir wanderten entlang der Oder und genießen den Ausblick auf den breiten Fluss und die Weiten des Oderbruchs. Hier herrscht ein überraschend starker Wind und mir kommt der Gedanke, dass sich hier wohl schnell ein Sonnenbrand einschleicht. Ich sollte Recht behalten.

Oder-Neiße-Radweg; Landschaft im Oderbruch
© Seenland Oder-Spree e.V. / Fine Schulz

Gerade als wir denken, dass unser Hunger nicht größer werden könnte, erblickten wir ein Schild, auf dem der Fischereihof Schneider ausgeschildert ist. Natürlich beschließen wir sofort einen Abstecher dorthin zu machen. Kurz vor Schließzeit erreichen wir den Fischereihof und erhalten zwei wunderbar schmeckende Fischbrötchen. Vollkommen zufrieden setzen wir uns auf eine Bank direkt an der Oder und genießen unser vorzügliches Festmahl. In diesem perfekten Moment beginnt tatsächlich einer der Gäste des Fischereihofs Mundharmonika zu spielen und macht aus diesem Augenblick ein ganz magisches Erlebnis. Ich meine – wie wahrscheinlich ist das?

Fischbrötchen
© Seenland Oder-Spree e.V. / Fine Schulz

Nach unserem Essen machen wir uns auf den Weg zu unserer Bekannten, die wir über das Internet kennengelernt haben, um jemanden zu finden, in deren Garten wir die Nacht verbringen dürfen. Allerdings nicht wie üblich in kuschligen Gästebetten – nein, wir haben uns vorgenommen trotz der angekündigten kühlen Temperaturen die Nacht in einem Zelt zu verbringen.

Dort angekommen, errichten wir unser Lager aus Zelt, Isomatten und Schlafsäcken, während eines Kampfes mit dem Wind im Oderbruch – bei dem der Wind lange Zeit die Oberhand behält. Doch am Ende siegen wir und das Lager ist errichtet!

Während die Familie unserer Internetbekanntschaft im Haus zu Abend isst, schmeißen wir den Campingkocher an und bereiteten uns Gulasch mit Nudeln zu. Es dauert zwar einige Minuten, bis die Hitze des Campingkochers das Essen erwärmt und der starke Wind fördert diesen Zustand nicht unbedingt, aber als wir unser Essen verspeisen, fühlte es sich genau richtig an, auf diese Art den Nachmittag zu verbringen.

Campingkocher
© Seenland Oder-Spree e.V. / Fine Schulz

Anschließend machen wir einen Spaziergang durch das Oderbruch und genießen den Sonnenuntergang. Durch den wolkenlosen Himmel und die Weiten der Wiesen und Weiden streckt sich dieser über den gesamten Horizont – ein toller Anblick.

Wir beschließen nicht auf den Luxus eines kleinen Feuers zu verzichten und sitzen noch bis spät in die Nacht zu viert am Lagerfeuer. Als das Feuer schließlich runtergebrannt ist, kehren die einen in ihre kuschligen Betten zurück und die anderen in ihre Schlafsäcke im Zelt. Schnell fallen wir in einen tiefen Schlaf.

Manche Vögel zwitschern wohl die ganze Nacht, stellen wir am nächsten Morgen überrascht fest. Die Nacht war wie angekündigt sehr frisch gewesen, daher sind wir froh als die ersten Sonnenstrahlen unser Zelt erreichen. Unser Frühstück verbringen wir innerhalb des Zeltes und genießen den traumhaften Ausblick hinaus auf die Weiten des Oderbruchs. Schweren Herzens bauen wir das Zelt ab und freuen uns, dass der Morgen recht windstill verläuft – ist unser Ausflug wirklich schon wieder fast vorbei?

Ausblick aus dem Zelt
© Seenland Oder-Spree e.V. / Fine Schulz

Den Rest des Tages verbringen wir mit einer Radtour entlang des Oder-Neiße-Radweges. Den vertrauten Wind des Oderbruchs empfinde ich durch die strahlende Sonne als sehr angenehm. Unseren Zwischenstopp legen wir am Gasthof „Zum Hafen“ in Kienitz ein und genießen ein wunderbares Eis. Der Rückweg kommt uns viel zu schnell vor und erst als wir wieder im Zug sitzen, bemerken wir unseren Sonnenbrand im Gesicht und auf den Händen.

In Gedanken an das tolle Wochenende nehmen wir uns vor, auf jeden Fall in das Oderbruch zurückzukehren.

Radfahren entlang des Oder-Neiße-Radweges
© Seenland Oder-Spree e.V.

Den kompletten Routenverlauf des Oder-Neiße-Radweges findet ihr unter folgendem Link:
Oder-Neiße-Radweg - Radfahren im Seenland Oder-Spree | Fahrradtour | Komoot

Besonders empfehlen wir euch den Abschnitt zwischen Kienitz und Groß Neuendorf. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Seenlandentdeckerin Fine

Seenlandentdeckerin Fine

Hallo zusammen und städtische Grüße aus Berlin. In meiner Freizeit entkomme ich gerne dem Großstadttrubel in der Natur. Ohne ein gutes Buch bin ich selten unterwegs. Außerdem erkundige ich gerne meine Umgebung zu Fuß oder wähle alternativ das Rad. Im Moment befasse ich mich viel mit dem Thema Mikroabenteuer und versuche diese in meinen Alltag zu integrieren. Ich kann es nur empfehlen, es ebenfalls auszuprobieren!