Oderbruchbahn-Radweg - Seelow nach Wriezen

72,00 km lang
Radtouren
  • 72,00 km
  • Start: Am Bahnhof 3 Bahnhof Seelow 15306 Seelow
  • Ziel: Bahnhofstr. 30 Bahnhof Wriezen 16269 Wriezen
Weites Land auf stillen Gleisen: eine Tagestour auf einem der schönsten Radwege östlich von Berlin.
Dort, wo vor über 100 Jahren die alte Oderbruchbahn fuhr, radelt man heute abseits bekannter Pfade durch die weite Landschaft. Der ehemaligen Bahntrasse folgend gleitet man unbeschwert durch das Oderbruch und entdeckt idyllische Dörfer, stille Naturmomente sowie überraschende Kulturerbeorte. Die Tagesetappe von Seelow nach Wriezen ist eine Einladung, auf einem besonders reizvollen Teilstück der insgesamt 140 Kilometer langen Strecke in diese Welt einzutauchen.

Start / Ziel: Bahnhof Seelow / Bahnhof Wriezen
Länge / Dauer: 72 Kilometer / ca. 5 h
Logo / Wegstreckenzeichen: Weißes Fahrrad auf gelbem Grund, darunter Blau und weiße Gleise auf grünem Grund.
Charakter: Moderate, etwas längere Tagestour durch die weite Landschaft des Oderbruchs. Dank des flachen Profils rollt es sich unbeschwert auf ausgebauten Radwegen und ruhigen Nebenstraßen, immer dem Verlauf der ehemaligen Oderbruchbahn folgend, einige Abschnitte direkt auf dem alten Bahndamm.
Verlauf: Seelow, Friedersdorf, Golzow, Zechin, Kienitz, Groß Neuendorf, Ortwig, Neulewin, Wriezen
Extra-Tipp: Jedes Jahr am Wochenende nach Himmelfahrt finden die„Kunst-Loose-Tage“ statt. Im Oderbruch ansässige Künstler öffnen dann ihre Ateliers und Höfe für Besucher – eine ideale Gelegenheit, die Region auf einer Radtour von ihrer kreativen Seite zu entdecken.

An-/Abreise:
ÖPNV:
  • Anreise: Nach Seelow RB 60
  • Abreise: Ab Wriezen RB 60
Wegbeschreibung

Die Oderbruchbahn

1901 begann der Bau der Oderbruchbahn. Schon bald ratterten die ersten Züge zwischen Fürstenwalde/Spree und Müncheberg, später durch das gesamte Oderbruch bis nach Wriezen. Das Schienennetz diente vor allem dem Transport landwirtschaftlicher Erzeugnisse wie Zuckerrüben und Gemüse sowie den Produkten lokaler Fabriken und Brennereien nach Berlin. Bis Mitte der 1990er-Jahre war die Bahn noch in Betrieb.

Hinunter ins Bruch
Von Seelow aus startet die Tour in südlicher Richtung. Mit dem Kunstspeicher Friedersdorf wartet ein markanter Anlaufpunkt. Der größte erhaltene Getreidespeicher der Region wurde zu einem kulturellen Begegnungsort umgestaltet und beherbergt heute Ausstellungen, einen Laden und ein Gasthaus.
Der Route entlang der alten Bahntrasse folgend, wird die Hangkante erreicht, die den Übergang von der Lebuser Hochfläche in die Ebene des Oderbruchs markiert. Schwungvoll geht es bergab, vorbei am Naturschutzgebiet der Mallnower Hänge. Die artenreichen Wiesen entstanden durch jahrhundertelange Beweidung und beeindrucken im Frühjahr mit der Blüte seltener Adonisröschen. Vom Rastplatz an der Osterquelle eröffnen sich weite Ausblicke über das Bruch.

Die Kinder von Golzow
Auf dem Weg nach Golzow führt die Strecke durch kleine, idyllische Orte. Das Dorf ist untrennbar mit dem Filmprojekt „Die Kinder von Golzow“ verbunden, das im örtlichen Museum dokumentiert wird. Die Langzeitdokumentation begleitete ab 1961 eine Schulklasse über 45 Jahre durch ihr Leben in der DDR und nach der Wende. In einer Szene ist auch die Oderbruchbahn zu sehen. Der originale Schneideraum mit Filmspulen und DEFA-Plakaten gibt Einblick in die Arbeit der Filmemacher.

Ganz nah am großen Oderstrom
Von Hecken gesäumt verläuft der Weg auf dem alten Bahndamm. Am Hafen von Kienitz ist die parallel zur Oder verlaufende Trasse erkennbar. Für eine Pause bieten sich der traditionsreiche Gasthof Kienitz direkt am Hafen sowie das Café in der Radwegekirche an, das hausgemachten Kuchen in besonderer Atmosphäre serviert. Groß Neuendorf kündigt sich an. Das Ensemble aus Speichern, Maschinenhaus und Verladeturm erzählt vom einstigen Güterumschlag zwischen Hafen und Bahn. Heute beherbergt der sanierte Kulturhafen Hotel, Ferienwohnungen und historische Bahnwaggons. Die Förderbrücke dient als Aussichtsplattform mit weitem Blick über die Oder. Der Ort gehört zu den Kulturerbe-Stätten des Oderbruchs, das als erste Kulturlandschaft mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet wurde.
Tipp: Ein kurzer Abstecher führt zum „Haerlem-Blick“. Infotafeln erinnern an Oberdeichinspektor von Haerlem und die Trockenlegung des Oderbruchs im 18. Jahrhundert.

Die Spuren der Kolonisten
Auf dem Oderdeich führt der Weg durch die weite Flussniederung, ein bedeutendes Vogelschutzgebiet. Besonders im Frühjahr und Herbst rasten hier tausende Gänse. Eine schlichte Bank bietet einen stillen Blick auf das polnische Ufer.
Die letzte Etappe wendet sich vom Strom ab und führt vorbei an der Kirchenruine von Ortwig ins Erbe der Kolonisten. In Neulewin erinnern Gründungsstein und Heimatstube an das entbehrungsreiche Leben der ersten Siedler. Entlang der Güstebieser Alten Oder schließt sich der Kreis, bevor die Tour in Wriezen endet – dem einstigen „Tor zum Oderbruch“ und nördlichen Endpunkt der ehemaligen Bahnlinie.

Sehenswürdigkeiten:
  • Bei Seelow: Kunstspeicher Friedersdorf
  • Friedersdorf: Osterquelle
  • Golzow: Filmmuseum "Kinder von Golzow"
  • Kientz: Radwegekirche Kienitz
  • Groß Neuendorf: Kulturhafen Groß Neuendorf  
  • Neulewin: Gründungsstein und Heimatstube Neulewin
  • Wriezen: St. Marienkirche Wriezen
Einkehrtipps:
  • Seelow: Naturkost Nußschale
  • Friedersdorf: Kunstspeicher
  • Golzow: Gasthaus Wagner
  • Kienitz: Gasthof Zum Hafen, Café Himmel und Erde
  • Groß Neuendorf: Turmcafé im Verladeturm
  • Altlewin: Gasthof zum Alten Fritz
  • Wriezen: Ristorante Juani
Informationen vor Ort: 
  • Tourist-Information „Oderbruch und Lebuser Land“ e.V. in Seelow
Karten/Literatur:
  • Radbroschüre "Dein Rad. Deine Auszeit. Dein Flow.", Online-Shop Seenland Oder-Spree

Gut zu wissen

Ansprechpartner:in

Tourist-Information Oderbruch und Lebuser Land e.V.
Am Bahnhof 3
15306 Seelow

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Am Bahnhof 3
15306 Seelow