© TMB Fotoarchiv / Steffen Lehmann

Adler trifft Zander

eine Erlebnis-Genuss-Radtour mit Seeblicken

Deine aktive Auszeit 

mit regionalen Genussmomenten und spannenden AHA -Erlebnissen entlang der idyllischen Landschaften am Scharmützelsee und Storkower See. 

Am historischen Bahnhof im Kurort Bad Saarow beginnt eine Radreise, die keine Wünsche offenlässt. Auf der rund 46 Kilometer langen Rundtour radelst du durch eine Landschaft voller Gegensätze und Zusammenhänge: von tiefen Seen zu flachen Auen, von staubtrockenem Sand zu salzigen Wiesen. „Adler trifft Zander“ verbindet Naturerlebnis, Wissenschaft, Fischereihandwerk, Literatur und Genuss zu einer Entdeckungsreise, die dir noch lange in Erinnerung bleiben wird. 

Immer wieder öffnet sich der Blick in die Weite: auf das Märkische Meer, auf die stille Groß Schauener Seenkette, auf eine Salzwiese, Binnendüne und Vogelreviere. Du lernst, warum Zander trübes Wasser lieben, wie ein Floß die Flussseeschwalbe in die Region zurückbrachte, wie die Eiszeit Böden schuf, die bis heute Pflanzen, Tiere und Menschen prägen und außerdem auch, welchem großen Literat einst ein Kuckuckszitat ins Nest gelegt worden ist. 

Dabei begegnest du Menschen, die diese Landschaft bewahren und gestalten: Forschende, Fischer, Landwirte und Naturschützer. Sie zeigen, wie nachhaltige Nutzung, ökologische Pflege und jahrhundertealtes Wissen zusammenwirken.

Der Genuss steht auf der gesamten Radtour im Mittelpunkt: frischer Fisch aus den Seen, erfrischende Getränke bei Pausen mit Lieblingsblicken, an Orten zum Durchatmen. Ob auf Stegen am Ufer, von Beobachtungstürmen oder auf Sonnenterrassen – diese Tour lädt dich ein, neugierig zu sein, langsamer zu werden und die Region mit allen Sinnen zu erleben.

© Seenland Oder-Spree /Angelika Laslo

Das erwartet dich auf der Tour

  • Eiszeit & Landschaft verstehen Erfahre, wie Gletscher Seen, Dünen, Salzwiesen und Böden formten und den Naturpark Dahme-Heideseen bis heute prägen. 

  • Adler & Zander hautnah Beobachte majestätische Fischadler und lerne, warum Zander trübe Seen bevorzugen.

  • Wissenschaft zum Anfassen Stelle am Forschungskatamaran der BTU Cottbus die Zusammenhänge zwischen der Sichttiefe und einem kleinen Wasserfloh her. 

  • Fischerhandwerk & Nachhaltigkeit Erhalte Einblicke in jahrhundertealte Fischerei, moderne Genossenschaftsmodelle und nachhaltige Bewirtschaftung von Seen und Fischbeständen.

  • Naturschutz erleben Salzwiesen, Brutflöße, Büffelweiden – entdecke, wie Landschaftspflege, Landwirtschaft und Artenschutz gemeinsam funktionieren.

  • Birdwatching mit Aha-Momenten Adler, Zwergtaucher und Co. sind ganzjährig ganz nah zu erleben auf dem Wasser, in der Luft, in Wäldern, in der Offenlandschaft und auf Wiesen. TIPP: Fernglas nicht vergessen! Die Tour schließt tolle Beobachtungspunkte ein. Lass dich von den „Ornitho-QR-Codes“ an einigen Etappenorten  informieren über aktuelle Beobachtungen.

  • Genuss & Gastlichkeit Genieße frischen Fisch aus den Seen, während du bei fantastischen Seeblicken Wohlfühlpausen einlegst. 

  • Lieblingsblicke & Weite Aussichtstürme, Stege, Sonnenuntergänge und stille Ufer – immer wieder Momente zum Staunen und Durchatmen.

  • Wir empfehlen den Start der Rundtour in Bad Saarow direkt am Bahnhof. Über das Nord- und Ostufer des Scharmützelsees radelst Du über Storkow bis zum Naturgut Köllnitz. Von hier geht es ein Stück weit zurück und dann gegen den Uhrzeigersinn über die Burg Storkow und den Großen Storkower See zurück zum Südufer des Scharmützelsees. An dessen Ostseite radelst Du zurück nach Bad Saarow.

  • 14 inspirierende Etappenorte, die wir Dir hier kurz vorstellen 

Karte Route Adler trifft Zander mit 14 Stationen
© Seenland Oder-Spree

Erlebe die leicht zu fahrende “Adler trifft Zander” Tour als Tagesetappe.

  • 1 Kurfürstensteg Willkommen auf der Tour. Vor 10.000 Jahren formten riesige Gletscher diese Landschaft. Heute erlebst du traumhafte Natur und kulinarische Genüsse, Adler und Zander.

  • 2 BTU Forschungskatamaran Der Scharmützelsee wird immer klarer – dank eines winzigen Helfers. Erfahre am Forschungskatamaran, warum hier der Hecht jagt, während der Zander trübere Gewässer sucht. 

  • 3 Storkow Binnendüne Eine Wüste inmitten einer Stadt? Und warum braucht der Ameisenlöwe sie zum Überleben? Erfahre, wie um die Binnendüne in Storkow erfolgreich gekämpft wurde.

  • 4 Storkow Zugbrücke Heute winkts Du hier Freizeitkapitänen zu. Erfahre, mit welcher Technik hier früher geschuftet wurde, um den Hunger Berlins nach Holz zu stillen. 

  • 5 Ein Floß für Vögel - Köllnitz Warum haben Flussseeschwalben einen alten Fischerkahn gekapert? Und was wird getan, um die eleganten Langstreckenzieher aus ihren Winterquartieren im südlichen Afrika ins Seenland Oder-Spree zu locken? Nimm ein Fernglas mit, Du wirst es sehen!

  • 6 Fischerhandwerk Köllnitz Seit dem 13. Jahrhundert wird hier gefischt. Erlebe auf dem Naturgut, wie Tradition und Moderne ineinandergreifen – und probiere den „Star“ der Seen: den Zander. 

  • 7 Selchow Was haben der Energieversorger E.ON edis und die Heinz-Sielmann-Stiftung gemein? Den Einsatz um die Rettung des Fischadlers. Erfolgreich, wie du erleben wirst.

  • 8 Salzwiese Storkow Ein sorgenfreies Leben von Erdbeerklee und Strand-Dreizack dank Rinderhufe. Erlebe vom Aussichtsturm die Besonderheiten einer Salzwiese – ummalt von den Rufen der Kraniche.

  • 9 Burgwiese Storkow Wo Traktoren im Morast versanken und das Schilf zum Dschungel wurde, helfen nur noch Wasserbüffel – den Storch, das Wappentier Storkows, freuts, wie Du sehen wirst. 

  • 10 Burg Storkow Die Eiszeit hat das Seenland Oder-Spree geprägt. In der Burg Storkow wirst Du zum Bodenforscher. Du wirst sie finden, die Edelsteine in der Streusandbüchse.

  • 11 Fischland Scharmützelsee Erlebe Fischer, die „Fischgeruch zum Leben brauchen“. Und erfahre, wie ein genossenschaftlicher Gedanke für nachhaltige Fischfang und leckeren Fisch sorgen.

  • 12 Fischhaus Regionale Fische wie Plötze und Maränen sind eine Klasse für sich. Doch welche traditionelle Handwerkskunst verfeinern sie? Erlebe es im Fischhaus. 

  • 13 Hotel-Resort: Das Kuckuckszitat Hat Fontane den See wirklich „Märkisches Meer“ genannt? Löse das literarische Rätsel bei einem der schönsten Sonnenuntergänge der Region. 

  • 14 Friedhof Pieskow An einem Platz der Ruhe und Geschichte fühlst Du, wie einst der Impressionist Wilhelm Wagner, der malenden Chronisten des Seenlands Oder-Spree, inspiriert wurde zu Gemälden wie „Am Scharmützelsee“. 

Erfahre alles über die spannende Geschichte.

1. Bad Saarow - Kurfürstensteg

Die Kraft der Eiszeit spüren: Willkommen am Märkischen Meer

Schon aus der Ferne spürst du den Moment der Vorfreude und plötzlich bist du da. Am Scharmützelsee, dem Märkischen Meer, einem Ort, an dem sich Erhabenheit und Naturgewalt zu einer Landschaft verbinden, die seit Jahrtausenden bewegt.

Vor über 10.000 Jahren schoben sich gewaltige Gletscher bis hierher. 

Bis zu 600 Meter hohe Mauern aus Eis formten, rissen, schoben und glätteten diese Region. Ihre Kraft grub die 10 Kilometer lange Tiefseerinne, die heute der Scharmützelsee ist und dem Wasser seine geheimnisvolle Tiefe schenkt. Sie schufen damit nicht nur eine Seenlandschaft, sondern auch die Grundlage für deren Reichtum: für Fischbestände, für seltene Pflanzen, für die Vogelwelt. 

Steig vom Rad und betrete den Kurfürstensteg! 

Der heutige Steg entstand nach historischem Vorbild und erinnert daran, dass Menschen schon vor langer Zeit nach Bad Saarow kamen, um aufzutanken. Genieße den Weitblick über den zweitgrößten, natürlichen See Brandenburgs und lasse das Urlaubsgefühl, was sich gleich einstellt, auf dich wirken. 

2. Bad Saarow -BTU Forschungskatamaran

Labor der Tiefe: Der Forschungskatamaran auf dem Scharmützelsee 

Der Scharmützelsee birgt einen Superlativ: Er ist der tiefste See Brandenburgs. Und wie es so oft ist, wenn die Natur Rekorde aufstellt, ergeben sich daraus spannende Wechselwirkungen. 

Forschung im Wasser

Eine kleine, hochmoderne Forschungsstation der Technischen Universität Cottbus untersucht den See – zu jeder Jahreszeit, geduldig und präzise. Wissenschaftler messen Sichttiefe, Sauerstoffgehalt, Nährstoffe und all das, was den Scharmützelsee zu dem macht, was er ist: ein zunehmend klarer, kraftvoller und lebendiger See. Und mit jeder Messung erzählt der See etwas Neues. 

Der Floh im Wasser

Eine dieser Geschichten ist überraschend und hat mit einem winzigen Tier zu tun: dem Wasserfloh. Er frisst Algen, lange bevor sie das Wasser trüben können und wird selbst zur Nahrung für Fische. Die Sichttiefe des Scharmützelsees wird kontinuierlich größer. Dies kann auf einer Anzeigetafel am Steg neben dem Forschungsschiff abgelesen werden. Barsch, Hecht und Aal, typische Klarwasserfische, finden so ideale Bedingungen. Der Zander dagegen bevorzugt nährstoffreiche, trübere Seen – wie die Großschauener Seen, die wir auf der Radtour ebenfalls noch kennenlernen werden. 

3. Storkow – Binnendüne

Auf den Spuren des Sandes: Die Binnendüne Waltersberge

Es ist ein Ort, der dich überraschen wird, mit einer Landschaft, die man hier nicht vermutet. Mit 32 Metern Höhenunterschied ist die Binnendüne in Storkow eine der größten ihrer Art in Deutschland. Vor über zehntausend Jahren vom Wind modelliert, ragt sie wie eine kleine Wüste inmitten des Städtchens empor – ein verblüffender Lebensraum für Pflanzen, Kräuter und Tiere, die Trockenrasen und Offenlandschaft lieben.

Der Ameisenlöwe, ihr Maskottchen, liebt die Binnendüne besonders 

Das kleine Insekt ist ein perfekter Sandjäger. Mit viel Geduld gräbt es trichterförmige Fallen in den Boden, fein abgestimmt auf das Fließverhalten vom Sand. Gerät eine Ameise hinein, rutscht sie unweigerlich nach unten – und wird zur Beute. 

Dieser einzigartige Lebensraum war lange Zeit bedroht 

Über viele Jahrzehnte zugewachsen, wurde die Düne als Wald und später sogar für Weinanbau genutzt. Der Name „Alter Weinberg“ der benachbarten Gaststätte, die mit regionalen Köstlichkeiten überrascht, erinnert heute noch daran. Auch der Ameisenlöwe verlor sein Zuhause.

Doch dann kam die Rettung!

Eine gemeinsame Naturschutzaktion von Fachleuten, Ehrenamtlichen und dem Naturpark gab dem Tier seinen Lebensraum zurück. Stell Dein Rad ab und genieße bei einem Spaziergang diese einzigartige Landschaft. Oben angekommen hast Du einen „Lieblingsblick“ bis zum Storkower See.

4. Storkow- Zugbrücke

Vom Treidler zum Freizeitkapitän: An der Zugbrücke Storkow

An der imposanten Klappbrücke in der Altstadt von Storkow beginnt ein kleines Abenteuer zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Ein Ort, an dem du ganz unmittelbar spürst, wie sich die Nutzung unserer Wasserwege im Laufe der Jahrhunderte gewandelt hat – vom wirtschaftlichen Transportweg bis hin zum heutigen Freizeitrevier für Bootsurlauber. Der Storkower Kanal verbindet Storkower See und Scharmützelsee bis nach Berlin. 

Der Kanal war früher ein harter Arbeitsweg. Warum?

Ab dem 17. Jahrhundert brauchte Berlin dringend Baumaterial und Brennholz. Das Holz aus den Wäldern des Seenlandes sollte dabei nicht mehr aufwendig über Landkarren transportiert werden, sondern auf einem neu anzulegenden Wasserweg. So entstand ein Flößerkanal und mit ihm eine Fortbewegungsart, die heute kaum noch jemand kennt: das Treideln. Entlang einer Uferseite wurde ein Weg angelegt, auf dem Menschen, später auch Pferde, schwere Lastkähne zogen, mühsam, Schritt für Schritt, oft gegen Wind und Strömung. 

Mit der Erfindung der Dampfmaschine änderte sich alles

Heute ist das fließende Gewässer ist zu einem beliebten Wasserweg für Sportboote, Paddler und Ausflugsschiffe geworden. An warmen Tagen herrscht hier reger Betrieb und Menschen vom Land und Wasser winken einander zu. 

5. Naturgut Köllnitz

Ein Floß für Vögel: Auf Entdeckung am Großen Schauener See

Das Naturgut Köllnitz, inmitten von Sielmanns Naturlandschaft Groß Schauener See, birgt ein kleines Wunder: 

Die Rückkehr der Flussseeschwalben

Jedes Frühjahr fliegen die eleganten Langstreckenzieher aus ihren Winterquartieren in Afrika zurück nach Deutschland. Als geeignete Brutplätze suchen sie freie Sand- und Kiesbänke. Doch diese sind selten geworden. Erste Lösung war ein alter Fischerkahn, den die Vögel als Nistplatz eroberten. Doch das reichte nicht. Gemeinsam mit der Sielmann Stiftung entstand etwas Neues: 

Schwimmende Brutinseln, eigens für Seeschwalben entwickelt 

Auf diesen Flößen finden die Jungvögel Schutz vor Fressfeinden wie Waschbären. Erste Erfolge sind bereits sichtbar: 29 Küken schlüpften in der Brutsaison 2023! Mithilfe eines Fernglases sind die hübschen Vögel vom Steg am Ufer aus zu beobachten und ihre ersten Flugversuche zu verfolgen. Eine spannende Geschichte, die von Afrika bis ins Seenland Oder-Spree reicht. 

6. Naturgut Köllnitz

Fischerhandwerk mit Geschichte

Am Ufer des Groß Schauener Sees liegt das Naturgut Köllnitz: ein Ort, an dem Natur, Kulinarik und jahrhundertealtes Fischereihandwerk sich vereinen. 

Gefischt wird hier seit dem Mittelalter. 

Noch heute prägt diese Tradition Leben und Arbeiten am See. Die flachen, nährstoffreichen Gewässer von Sielmanns Naturlandschaft beherbergen eine beeindruckende Vielfalt heimischer Arten. Aal, Hecht, Karpfen und vor allem Zander sind hier zuhause.

Der Zander ist der Star der Köllnitzer Fischerei und landet hier lecker auf den Tellern 

Die Arbeit der Fischer ist ein fein abgestimmtes Handwerk zwischen Naturbeobachtung und moderner Technik. Laichnester für den Zander, das Aussetzen junger Glasaale oder sorgfältiges Abwägen der Fangzeiten sichern die nachhaltige Bewirtschaftung der Seen. Und all das kann man bei einem Besuch auf dem Naturgut hautnah erleben, riechen und schmecken: frisch geräucherter Fisch, Dry-Age-Karpfenschinken im Restaurant oder ein leckeres Fischbrötchen vom Hofladen direkt am Wasser. Lade hier deinen Akku auf für die Fortsetzung der Radtour! 

7. Sielmanns Naturlandschaft

Auf Augenhöhe mit dem Fischadler: Der Sielmann-Vogelbeobachtungsturm Selchow

Es lohnt sich, das Rad eine Weile stehen zu lassen. Vom Naturgut Köllnitz führt ein Lehrpfad direkt hinein in die stille Weite der Sielmann Naturlandschaft und zu einem Aussichtspunkt, an dem man mit etwas Glück einen Fischadler am Himmel kreisen sehen kann. Ein Moment der Erhabenheit!

Der Majestät der Lüfte fand hier einst perfekte Bedingungen. Doch Lebensraumverlust ließ ihn nahezu verschwinden.

Doch heute ist der Fischadler zurück 

Möglich wurde dies durch eine ungewöhnliche Allianz zwischen dem Energieversorger E.ON edis und der Sielmann Stiftung. Gemeinsam installierten sie künstliche Horste auf Hochspannungsmasten. Ein Volltreffer, denn rund 70 Prozent aller Fischadlerhorste Brandenburgs stehen inzwischen auf solchen Mastköpfen. Mit etwa 300 Brutpaaren lebt hier rund die Hälfte aller mitteleuropäischen Fischadler.

Dem Fischadler kommst Du ganz nah!

Zurück im Naturgut ermöglicht Dir eine Ausstellung der Heinz Sielmann Stiftung per Webcam Einblick in das Familienleben im Nest. Und wer hier zum Himmel sieht, sieht häufig Rot- und Schwarzmilan in den Lüften gaukeln.

8. Storkower Salzwiese

Vom Salz geprägt: Storkower Wiese im Zeichen des Naturschutzes

Frisch gestärkt radelst Du eine kurze Strecke zurück und biegst zum Aussichtsturm am Schaplower Weg ab. Hier öffnet sich der Blick auf eine unerwartete Landschaft: die Salzwiese von Storkow. Ein Ort voller Weite und Stille, an dem sich die Natur in überraschenden Formen zeigt. 

Wo die Liebe hinfällt: Erdbeerklee und Strand-Dreizack sind vernarrt in Salz 

In vermoorten Niederungen ehemaliger Gewässerläufe entstanden seltene Binnensalzstellen, in denen sich Pflanzen ansiedelten, die Salz geradezu lieben. Der rotblühende Erdbeerklee oder der Strand-Dreizack gedeihen nur dort, wo der Boden im Sommer oberflächlich austrocknet und sich das Salz anreichert. Doch dieses besondere Habitat war durch intensive Landwirtschaft bedroht, bis im Rahmen eines Projekts die Salzwiese wieder hergestellt und deren Entwicklung gesichert wurde. 

Es sind die Rinderhufe!

Diese schaffen heute die wichtigen offenen Bodenstellen, Mahd und schonende Nutzung stabilisieren zudem das Gleichgewicht und Bodenbrüter wie die Lerche finden wieder Lebensraum.

Vom Beobachtungsturm aus lassen sich Kraniche sehen …

und mit etwas Glück sogar der weittragende Ruf der Rohrdommel vernehmen. Eine Landschaft zum Staunen und ein eindrucksvoller Weitblick über eines der seltensten Habitate Brandenburgs.

9. Burgwiese Storkow 

Wo imposante Geschöpfe großartige Landschaftspflege betreiben: Die Burgbüffelwiese 

Weiter geht es Richtung Burg Storkow. Direkt neben der Burg öffnet sich eine besondere Landschaft: die Burgbüffelwiese. Ein Ort, an dem Naturpflege und ökologische Landwirtschaft sichtbar Hand in Hand gehen. 

Die wahren Helden dabei sind Wasserbüffel

Seit 2012 beweiden sie das vormals sumpfige Gelände. Maschinen scheiterten dort regelmäßig: Traktoren versanken, Schilf breitete sich unaufhaltsam aus. Dann kam die Idee, es mit Wasserbüffeln zu versuchen und sie veränderten das Gebiet grundlegend.

Mit ihrer Kraft, ihrem Gewicht und ihrem Appetit schufen die Büffel neue Strukturen 

Ihre Tritte hinterlassen kleine Mulden, die sich mit Wasser füllen und Lebensräume für Insekten, Amphibien und Würmer bilden, eine perfekte Nahrung für viele Kleintiere. Das Ergebnis: deutlich mehr Biodiversität. Selbst der Storch, das Wappentier der Stadt Storkow, ist zurückgekehrt und fühlt sich gemeinsam mit den Büffeln sichtlich wohl, wie Du beim Blick über die weite Wiese sehen wirst.

10. Burg Storkow

Dem Geheimnis von Natur und Kultur auf der Spur: die Burg Storkow 

Wie wird eine Region zur „Streusandbüchse voller Edelsteine“? Auf der Burg Storkow beginnt die Reise zu einem Naturraum, der staunen lässt. 

Von pitschenass bis staubtrocken – hier liegt die Vielfalt wortwörtlich im Boden 

Riesige Gletscher schoben einst Steine, Sande und Kiese vor sich her und formten die Landschaft, die heute den Naturpark Dahme-Heideseen prägt. Jeder Boden erzählt eine andere Geschichte, jeder Lebensraum – Dünen, Feuchtwiesen, Seen, Kiefernwälder – bringt eigene, seltene Arten hervor.

Das Naturpark-Besucherzentrum auf der Burg lässt tief blicken 

Multimediale Installationen führen durch Gletschertunnel, Bodenlabor und in eine Wunderkammer. Hier wird sichtbar, wie die Eiszeit die Region formte und warum ihre Spuren bis heute Tiere, Pflanzen und Menschen prägen. Die über 800 Jahre alte Burg ist zugleich kultureller Mittelpunkt der Stadt: mit Konzerten, Lesungen, einer Tourist-Information mit regionalen Produkten, Bibliothek und kleinem Café, das dich mit einem Stück selbstgebackenen Kuchen zum Ausklang des Besuchs einlädt. 

11. Wendisch Rietz – Fischland Scharmützelsee

Wo Gemeinschaft guten Geschmack prägt: Fischland Scharmützelsee 

Am Südufer des Scharmützelsees liegt ein Stück lebendige Tradition: die Storkower Fischgenossenschaft. Seit 1956, damals als „Produktionsgenossenschaft werktätiger Fischer“, lebt hier ein Prinzip, das so einfach wie kraftvoll ist: 

„Gemeinsam sind wir stark“ 

Fischer rund um die hiesigen Seen schlossen sich zusammen, um Fang, Verarbeitung und Vermarktung gemeinsam zu stemmen und die Region kulinarisch wie kulturell zu prägen. Viele der gelernten Fischer arbeiteten oft ein Leben lang in der Genossenschaft, vom Lehrling bis weit nach der Rente. Nach der Wende brach vieles weg, neue Wege wurden erkundet, doch geblieben ist, was sie am besten können: 

Nachhaltiger Fischfang

Heute sitzt die Genossenschaft wieder dort, wo alles begann. Am See, neben Uwes Heimathafen, sorgen erfahrene Fischer für ökologische Balance, setzen Jungfische ein, vermeiden Überfischung und arbeiten eng mit der Wissenschaft zusammen. Das Ergebnis ist ein gesunder Fischbestand und eine Wasserqualität, die Tier und Mensch gleichermaßen erfreut. Mach eine Pause und gönn dir ein Fischbrötchen mit fantastischem Ausblick auf den Scharmützelsee. 

12. Wendisch Rietz – Fischhaus

Wo Regionalität zum Geschmackserlebnis wird: Fischhaus Wendisch Rietz 

Du radelst weiter zum Ufer der Glubigseenkette. Hier, nur einen Pedaltritt vom Scharmützelsee entfernt, liegt das Fischhaus Wendisch Rietz. Beim Schieben des Fahrrads über die kleine, hölzerne Brücke, das Wasser im Blick und den Duft von frischem Räucherfisch in der Nase, kommen sofort Urlaubsgefühle auf. 

Eine Klasse für sich: Regionale Fische

Auf den Teller kommt, was die umliegenden Seen schenken: Plötze, Aal oder Maräne. Regionale Fische, in denen sich Jahreszeiten und Gewässer widerspiegeln. Ihr Geschmack ist unverwechselbar, geprägt durch Wälder, Böden, Zuflüsse und die besondere Eiszeitlandschaft der Region. 

Bewährte Handwerkskunst sorgt für zusätzlichen Genuss

Damit selbst grätenreiche Arten zum Hochgenuss werden, setzt der Chefkoch des Fischhauses auf bewährte Handwerkskunst: Das traditionelle Schröpfen verwandelt die Plötze durch feine Einschnitte und etwas Zitronensaft in ein zartes und wunderbar essbares Filet. Dazu kommen klassische Methoden wie Räuchern oder Sauer-Einlegen, die nicht nur konservieren, sondern Aromen veredeln. Wer hier einkehrt, entdeckt Vielfalt, Nachhaltigkeit und besten Geschmack. 

13. Diensdorf – Hotel-Resort Märkisches Meer

Wo schönste Sonnenuntergänge auf Lyrik treffen: Hotel-Resort Märkisches Meer 

Du radelst weiter, das Ostufer des Scharmützelsees entlang und gelangst zum Hotel-Resort Märkisches Meer – ein Ort, an dem Du den Akku aufladen, die Seele baumeln lassen und zugleich Detektiv spielen kannst. Denn wer glaubt, Theodor Fontane habe den See einst als „Märkisches Meer“ beschrieben, liegt falsch. Es ist ein klassisches Kuckuckszitat

Was zum Kuckuck ist das denn? 

Ein findiger Werbetexter legte dem großen Schriftsteller, der im 19. Jahrhundert durch Brandenburg wanderte, diese Worte in den Mund: „Ja, groß ist er, schön zugleich … ein brandenburgisches Meer.“ Womit Fontane Recht hätte – wenn er es gesagt hätte. Bis heute hat sich der Begriff gehalten – v.a. in der Werbung – und längst haben wir uns daran gewöhnt.

Mit einem Schmunzeln den schönsten Sonnenuntergang genießen

Hier am Märkischen Meer wird Geschichte lebendig, aber ohne steifen Ernst. Vielleicht schmunzelst Du, während Du auf der Sonnenterrasse des nach dem Schriftsteller benannten Restaurant „Theo‘s“ sitzt und den wohl schönsten Sonnenuntergang am Lieblingssee erlebst. 

14. Pieskow: Friedhof

Wo der See zu einem Kunstwerk wird: Friedhof und Kirche von Pieskow

Es geht weiter Richtung Bad Saarow, die Tour nähert sich dem Ende. Mitten in der idyllischen Dorflandschaft des Ortsteils Pieskow befindet sich ein Platz der Ruhe, Inspiration und Geschichte: die letzte Ruhestätte des Impressionisten Wilhelm Wagner. Hier, umgeben von Wiesen, Wäldern und dem sanften Glitzern des Scharmützelsees, fand der Künstler einen seiner liebsten Wohnsitze und eine Landschaft, die immer wieder seine Pinsel führte.

Ein malender Chronist des Seenlands Oder-Spree

Wilhelm Wagner (1887–1968) reiste viel, lebte in Italien, Holland und Frankreich, doch seine größte Leidenschaft galt den Seen, Wäldern und Hügeln im Seenland Oder-Spree. Die eiszeitlich geprägte Landschaft um den Scharmützelsee mit seinem klaren Wasser, weiten Uferpartien und maritimem Flair inspirierte viele seiner Werke, darunter das bekannte Gemälde „Am Scharmützelsee“.

Bist du bereit für deine Erlebnis-Genuss-Radtour? 

Die “Adler trifft Zander” Route wartet auf dich.

Und wir haben den Weg schon für dich vorbereitet.

„Adler trifft Zander“ und damit eine einer Entdeckungsreise mit Naturerlebnissen, Fischereihandwerk, Genuss und Kunst, die dir noch lange in Erinnerung bleiben wird, wartet auf dich – und wir haben den Weg schon für dich vorbereitet. 

Nimm dir Zeit für die Geschichten am Wegesrand, lass Natur und insbesondere die glitzernde Wasserlandschaft auf dich wirken und belohne dich mit gemütlichen Pausen in zahlreichen Einkehrmöglichkeiten. Wir haben die Routenplanung zur Adler trifft Zander-Tour für dich vorbereitet, damit du nur noch losfahren musst.

An- / Abreise:
ÖPNV: Ab Berlin Hauptbahnhof mit RE1 (Cottbus) bis Fürstenwalde (Spree), weiter mit RB35 nach Bad Saarow (ca. 1 h)
PKW: Ab Berlin über A113, A10 und A12 (ca. 1 h), öffentl. Parkplatz: z.B. Ulmenstraße oder Pieskower Straße Bad Saarow

Damit aus deiner Tour ein entspannter Kurzurlaub wird, haben wir hier die schönsten Einkehrmöglichkeiten zusammengestellt:

Adler trifft Zander Logo als Zeichnung mit Schriftzug von Frank Zander
© Frank Zander