Diese Landschaft begeistert seit Jahrhunderten. Hier fanden die Zisterziensermönche Ruhe zur Einkehr und verwandelten wilde Natur in eine faszinierende Kulturlandschaft. Auf dieser Radtour durch das Klosterland lässt sich dieses Erbe unmittelbar erfahren, während man entlang von Flüssen und Bächen in eine Welt voller Geschichten eintaucht.
Start: Kloster Neuzelle Tourismus-Information
Ziel: Müllrose
Länge / Dauer: 77 Kilometer / ca. 4,5 h reine Fahrtzeit
Logo / Wegstreckenzeichen: Mönch auf einem Fahrrad
Charakter: Landschaftlich abwechslungsreiche Strecke zwischen dem Bachtal und dem großen Strom, mit viel Wald, Auen und Wiesen, insgesamt moderate Tour mit leichten Anstiegen im Schlaubetal, weitgehend asphaltierte Radwege, vereinzeltverkehrsarme Nebenstraßen.
Verlauf: Neuzelle, Schwerzko, Wellnitz, Coschen, Ratzdorf, Fürstenberg, Aurith, Brieskow-Finkenheerd, Groß-Lindow, Müllrose
Extra-Tipp: In Müllrose das Naturparkhaus Schlaubetal besuchen. Die Ausstellung vermittelt einen Überblick über die Entstehung und die Besonderheiten des Naturparks.
Anreise Neuzelle:
ÖPNV: RE1 nach Frankfurt (Oder), dann RB43 nach Falkenberg (Elster) oder RE10 nach Leipzig
PKW: Z.B. öffentl. Parkplatz Brauhausplatz Neuzelle
Abreise Müllrose:
ÖPNV: RE1 nach Frankfurt (Oder), dann RB43 nach Falkenberg (Elster) oder RE10 nach Leipzig
PKW: Bahn von Müllrose nach Neuzelle (RB36 nach Frankfurt (Oder) und RB43 oder RE10 bis Neuzelle), um dort das Auto abzuholen
Wegbeschreibung
Auftakt am Barockwunder Neuzelle
Das Kloster Neuzelle gilt zu Recht als „Barockwunder Brandenburgs“. Seine außergewöhnliche Pracht entstand in der Zeit der Reformation, als das katholische Kloster der protestantischen Nüchternheit bewusst opulente Kunst entgegensetzte. Die Klosterkirche wurde reich ausgestaltet und strahlt bis heute. Nach der Wiederansiedlung von Mönchen ist erneut ein lebendiges Klosterleben eingekehrt.
Tipp: Zeit für die Klosteranlage mit dem Museum „Himmlisches Theater“ und dem barocken Garten einplanen. Frühaufsteher erleben in der Stiftskirche St. Marien die morgendlichen Choräle der Mönche im ersten Sonnenlicht.
Die Route führt ins Dorchetal mit alten Wäldern, Feuchtwiesen und kleinen Schluchten. Am Bachlauf betrieben die Zisterzienser einst sechs Mühlen, von denen die Schwerzkower Mühle bis heute funktionsfähig ist. Die dafür genutzte Technik brachten die Mönche aus Italien mit. Ein Rundgang um die Mühlteiche lohnt.
Beim Bier wurden die Mönche handgreiflich
Durch kühlen Wald geht es leicht bergauf nach Wellmitz, einem einst bedeutenden Klosterbesitz. Bekannt wurde der Ort durch den „Wellmitzer Biermeilenstreit“, der bis zum Kaiser nach Wien getragen wurde. Die Mönche verteidigten ihr Braumonopol handfest, beschlagnahmten fremdes Bier und schenkten es öffentlich aus – eine Episode mit weitreichenden Folgen für die Region.
Vom kleinen Fluss zum großen Strom
Weiter führt die Route nach Coschen an die Neiße, einst als klösterliches Vorwerk gegründet. Entlang weiter Auenwiesen wird Ratzdorf erreicht, wo sich Neiße und Oder vereinen. Der ehemalige Schifferort diente den Mönchen als Umschlagsplatz für Waren. Strenge Regeln sollten das Treiben der Schiffer ordnen, führten jedoch zu Spannungen und religiösem Wandel.
Entlang der Oder öffnet sich eine weite Auenlandschaft. Die historische Altstadt Fürstenberg erscheint, Ausgangspunkt des jahrzehntelangen Deichbaus bis Ratzdorf. Unbeschwert verläuft die Strecke weiter durch die Ziltendorfer Niederung, heute ein bedeutender Birdwatching-Spot. Bereits im Mittelalter nutzten die Mönche die Auen bei Aurith für die Imkerei.
Waldbrände im Grenzland
Bei Brieskow folgt die Route dem Friedrich-Wilhelm-Kanal, einst Verbindung zwischen Spree und Oder. Er markierte zugleich die Grenze zwischen den Besitztümern der Neuzeller und Frankfurter Klöster. Konflikte um Land führten immer wieder zu Protesten, bei denen Bauern sogar Wälder in Brand setzten. In Kaisermühl wird der Oder-Spree-Kanal überquert. Die historische Kaisermühle an der Schlaube lädt zur Einkehr ein. Wenige Kilometer weiter liegt der Große Müllroser See – ein idealer Ort, um an der Promenade innezuhalten und den Blick über das Wasser schweifen zu lassen.
Sehenswertes:
- Neuzelle: Kloster Neuzelle mit Stiftskirche, Barockgarten und Museum Himmlisches Theater
- Schwerzko: Mühle Schwerzkow
- Ratzdorf: Oder-Neiße-Mündung
- Eisenhüttenstadt: Fürstenberg Altstadt
- Groß Lindow: Friedrich-Wilhelm-Kanal
- Kaisermühle (bei Müllrose)
- Müllrose: Naturparkhaus Schlaubetal und Markt
- Neuzelle: Prinz Albrecht, Wilde Klosterküche, Café Olea & Cafea
- Schwerzkow: Schwerzkower Mühle (saisonal)
- Ratzdorf: Oderblick
- Fürstenberg: Zum Kietz, 1220 Lindenallee, Aktivist
- Aurith: Bauernstübchen, Radlerhof
- Brieskow-Finkenheerd: Fischer Schneider
- Groß Lindow: Preussenstuben
- Müllrose: Haus Katharinensee, Hotel Kaisermühle
- Radbroschüre "Dein Rad. Deine Auszeit. Dein Flow.", Online-Shop Seenland Oder-Spree

















