Diese Landschaft begeistert seit Jahrhunderten. Hier fanden die Zisterziensermönche Ruhe zur Einkehr und verwandelten wilde Natur in eine faszinierende Kulturlandschaft. Auf dieser Radtour durch das Klosterland lässt sich dieses Erbe unmittelbar erfahren, während man entlang von Flüssen und Bächen in eine Welt voller Geschichten eintaucht.
Start: Müllrose
Ziel: Kloster Neuzelle Tourismus-Information
Länge / Dauer: 46 Kilometer / ca. 3 h reine Fahrtzeit
Logo / Wegstreckenzeichen: Mönch auf einem Fahrrad
Charakter: Landschaftlich abwechslungsreiche Strecke zwischen dem Bachtal und dem großen Strom, mit viel Wald, Auen und Wiesen, insgesamt moderate Tour mit leichten Anstiegen im Schlaubetal, weitgehend asphaltierte Radwege, vereinzeltverkehrsarme Nebenstraßen.
Verlauf: Müllrose, Mixdorf, Siehdichum, Dammendorf, Chossewitz, Treppeln, Neuzelle
Extra-Tipp: In Müllrose das Naturparkhaus Schlaubetal besuchen. Die Ausstellung vermittelt einen Überblick über die Entstehung und die Besonderheiten des Naturparks.
Anreise Müllrose:
ÖPNV: RE1 nach Frankfurt (Oder), dann RB36 nach Königs Wusterhausen bis Müllrose
PKW: Z.B. öffentl. Parkplatz Nähe Bahnhof Müllrose
Abreise Neuzelle:
ÖPNV: RB43 oder RE10 nach Frankfurt (Oder), dann RE1 Berlin
PKW: Bahn von Neuzelle nach Müllrose (RB43 oder RE10 nach Frankfurt (Oder) und RB36 bis Müllrose), um dort das Auto abzuholen
Wegbeschreibung
Auftakt in Müllrose
Die Tour startet am Bahnhof Müllrose. Wenige Kilometer weiter liegt der Große Müllroser See – ein idealer Ort, um an der Promenade innezuhalten und den Blick über das Wasser schweifen zu lassen.
Siehdichum im Schlaubetal – ein Name mit Programm
Von Müllrose aus führt die Route ins Schlaubetal, oft als Brandenburgs schönstes Bachtal bezeichnet. Die historische Ragower Mühle wirkt wie aus dem Märchenbuch. Weiter geht es nach Siehdichum, wo die Mönche bewusst Wald erhielten und ein Jagdhaus als Rückzugsort errichteten. Immer wieder öffnen sich Ausblicke über den Hammersee, etwa vom ehemaligen Jagdhaus, heute ein Forsthaus.
Von falschen Fischen und Fälschern
Am Wirchensee nutzten die Mönche Fischteiche zur Versorgung, besonders in der Fastenzeit. Überliefert ist die kuriose Anekdote, Schweine seien kurzerhand zu „Fischen“ erklärt worden. Ein kurzer Abstecher zum Försterblick eröffnet eine eindrucksvolle Aussicht.
Über Treppeln führt die Route zurück nach Neuzelle. Im heutigen Gasthof Köhler plante im 18. Jahrhundert der Bauernführer Georg Wollenberg seinen Aufstand gegen das Kloster. Gefälschte Dokumente brachten das Wirtschaftssystem ins Wanken, der Aufstand endete jedoch tragisch.
Abschluss am Barockwunder Neuzelle
Das Kloster Neuzelle gilt zu Recht als „Barockwunder Brandenburgs“. Seine außergewöhnliche Pracht entstand in der Zeit der Reformation, als das katholische Kloster der protestantischen Nüchternheit bewusst opulente Kunst entgegensetzte. Die Klosterkirche wurde reich ausgestaltet und strahlt bis heute. Nach der Wiederansiedlung von Mönchen ist erneut ein lebendiges Klosterleben eingekehrt.
Tipp: Zeit für die Klosteranlage mit dem Museum „Himmlisches Theater“ und dem barocken Garten einplanen. Erlebe in der Stiftskirche St. Marien die Choräle der Mönche. Zum Abschluss dem ausgeschilderten Weg auf den Kulisch Berg folgen. Der Blick von oben auf das Barockwunder Neuzelle bildet einen stimmungsvollen Schlusspunkt dieser geschichtsträchtigen Tour.
Sehenswertes:
- Müllrose: Naturparkhaus Schlaubetal und Markt
- Siehdichum: Forsthaus Siehdichum
- Zwischen Chossewitz und Treppeln: Försterblick am Wirchensee
- Neuzelle: Kloster Neuzelle mit Stiftskirche, Barockgarten und Museum Himmlisches Theater
- Müllrose: Haus Katharinensee, Hotel Kaisermühle
- Siehdichum: Forsthaus Siehdichum
- Wirchensee: Waldseehotel
- Treppeln: Gasthof Köhler
- Neuzelle: Prinz Albrecht, Wilde Klosterküche, Café Olea & Cafea
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