Diese Radtour ist eine Zeitreise durch das Oderbruch, eine der eindrucksvollsten Kulturlandschaften Deutschlands und und Europas erstes ausgezeichnetes Kulturerbe. Auf den Spuren des „Alten Fritz“ kann entdeckt werden, wie Friedrich II. eine Sumpflandschaft trockenlegen und besiedeln ließ. Dies ist eine Ganztagstour, die durch die Weite der Felder, zu stillen Kolonistendörfern, kulturellen Kleinoden und durch die Natur am großen Oderstrom führt.
Start / Ziel: Bahnhof Seelow-Gusow / Bahnhof Wriezen
Länge / Dauer: 67 km / ca. 4- 4,5 h reine Fahrtzeit
Charakter: Ausgedehnte, aber dank des flachen Profils entspannte Tagestour durch die faszinierende Kulturlandschaft. Verlauf auf ruhigen Landstraßen und ausgebauten Radwegen.
Verlauf: Seelow, Gusow, Letschin, Neutrebbin, Altlewin, Neubarnim, Neulewin, Neulietzegöricke, Wriezen
Extra-Tipp:Â Noch mehr Einblicke in die Kulturlandschaft des Oderbruchs und die Lebenswelten seiner Bewohner gibt es im Oderbruchmuseum in Altranft.
An- / Abreise:
ÖPNV: RB26 bis Seelow-Gusow oder RB60 bis Seelow / Ab Wriezen RB60 zum Ausgangspunkt oder über Eberswalde und RE3 nach Berlin
PKW: z.B. öffentliche Parkplätze am Bahnhof in Seelow-Gusow oder diverse Optionen in Seelow
Wegbeschreibung
Das Klein-Europa vom Alten Fritz
Friedrich II. mobilisierte im 18. Jahrhundert alle Kräfte, um diese „Provinz im Frieden zu erobern“. Es entstand ein Wassersystem aus Kanälen, Schöpfwerken und Wehren, das bis heute funktioniert. Nach der Trockenlegung strömten Siedler aus vielen Teilen Europas herbei, um das neue Land zu bewirtschaften und gründeten planmäßig angelegte Dörfer. So wurde aus einer ursprünglichen, rauen Natur eine liebenswerte Kulturlandschaft.
In die heimliche Hauptstadt des Oderbruchs
Der Weg führt durch die typische Bruchlandschaft. Man überquert die „Alte Oder“, einen der ursprünglichen Flussarme. Bald darauf wird Letschin erreicht. Der Ort ist eng mit drei großen Namen verbunden: dem Baumeister Schinkel, von dessen Kirche heute noch der markante Turm steht; Theodor Fontane, dessen Familie die Apotheke betrieb; und natürlich dem „Alten Fritz“, dem hier ein Denkmal gesetzt wurde.
Neue Siedler, neue Namen
Hinter Letschin wird die Kolonisationsgeschichte zu Straßendorf Geometrie: es geht durch Neu Rosenthal und weitere „Neu-Orte“, deren Namen die Neubesiedlung dokumentieren. In Neutrebbin wetteifern der Alte Fritz und eine Schinkel-Kirche mit den Letschiner Pendants. Prägnante Baumreihen in der Ferne deuten den nächsten Höhepunkt an: die 1858 angelegte Lindenallee von Neubarnim ist beachtliche zwei Kilometer lang und ein Fotomotiv erster Klasse. In Neulewin gewährt die Heimatstube am Wochenende Einblicke in die Besiedlung des Oderbruchs.
Das älteste Kolonistendorf
Die Route führt weiter nach Neulietzegöricke, dem vielleicht schönsten und besterhaltenen Kolonistendorf der Region. 1753 auf dem Reißbrett entworfen, erstreckt es sich als typisches Straßendorf entlang eines Wassergrabens. Viele der historischen Fachwerkhäuser in „Lietze“, wie es die Einheimischen nennen, sind liebevoll saniert und stehen unter Denkmalschutz.
Der große Strom
Auf einer Kreisstraße, begleitet vom Klappern der Störche, nähert man sich der Oder. Kurz vor dem Deich taucht in Zollbrücke ein ungewöhnliches Gebäude auf: Das „Theater am Rand“ . Nur wenige Meter weiter wird der Oderdeich erreicht. Pegelmarken an der Deichscharte erinnern an die Flut von 1997. Ein Blick auf die Pegellatte an der verschließbaren Deichscharte verdeutlicht, dass das Oderbruch selbst bei normalem Wasserstand tiefer liegt als der Fluss – eine Erinnerung an die Leistung der Trockenlegung und die Notwendigkeit des Hochwasserschutzes.
Von der Europabrücke in die alte Fischerstadt
Die Europabrücke bei Neurüdnitz wurde als ehemalige Eisenbahnbrücke 2022 als fast 900 Meter langes Panoramadeck für Radfahrer und Fußgänger wiedereröffnet und ist heute Kulturerbeort und beliebtes Ausflugsziel. Von hier führt der Radweg auf dem alten Bahndamm schnurgerade nach Wriezen.
Unser Tipp: Die Gedenkstätte Seelower Höhen besuchen. Diese erinnert an die letzte Schlacht 1945 in Deutschland.
Sehenswertes:
- Letschin: Alter Fritz-Denkmal und Schinkel-TurmÂ
- Neutrebbin: Bronzestandbild Alter Fritz und Schinkelkirche
- Neubarnim; Historische Lindenallee
- Neulietzegöricke: Kolonistendorf
- Zollbrücke: Deichscharte
- Europabrücke
- Wriezen: St. Marien
Einkehrtipps:
- Letschin:Â Landhaus Treptow
- Altlewin:Â Gasthaus Zum Alten FritzÂ
- Zollbrücke: Hofladen Ziegenhof, Restaurant Dammmeisterei, Gasthau Zollbrücke
- Europabrücke: Oderglück Café (saisonal)
- Wriezen: Ristorante Due Amici
- Pension am Radweg & Ristorante Juani in Wriezen
Informationen vor Ort:
- Tourist-Information Oderbruch und Lebuser Land, Seelow
- Info-Punkt Letschin
Karten / Literatur bestellbar über den Seenland-Shop
Ein- und Mehrtagestouren: Radfahren im Seenland Oder-Spree | Auf 19 Radtouren die ADFC-zertifizierte RadReiseRegion Seenland Oder-Spree mit seinen schönsten Orten kennenlernen
















