1. Naturparkhaus und Schlaubetalinformation
Auftakt zur Reise
Schlaubetal-Wanderweg
Episode 1
1 Naturparkhaus & Schlaubetalinformation – Auftakt zur Reise Bevor du losgehst, lohnt ein kurzer Halt. Hier ordnen sich Landschaft, Wasser und Weg – und machen Lust, der Schlaube Schritt für Schritt zu folgen.
2 Müllroser Mühle – Wasserkraft seit Jahrhunderten Seit über 750 Jahren treibt Wasser hier das Leben an. Die Müllroser Mühle verbindet Handwerk, Geschichte und den Rhythmus der Schlaube.
3 Freibad Müllrose – Sommerfrische am See Schon vor hundert Jahren suchte man hier Erholung. Heute glitzert der See noch immer – voller Leichtigkeit und Sommergefühl.
4 Rastplatz Ostufer – Magie des Blicks Ein Platz zum Sitzen und Staunen. Wasser, Schilf und Licht kommen zur Ruhe – genau dafür wurde dieser Ort geschaffen.
5 Aussichtspunkt Seeschlösschen – Weite über dem See Ein weiter Blick, eine alte Geschichte. Kuchen, Glocke, Überfahrt – und gegenüber die sagenumwobene Liebesinsel.
6 Orchideenwiese – Verborgene Vielfalt Wo Wasser langsam fließt, wächst das Seltene. Orchideen zeigen, wie reich stille Landschaften sein können.
7 Belenzsee – Stilles Sammeln Klar, ruhig, gesammelt. Der See nimmt Wasser auf – und gibt der Schlaube Kraft für ihren weiteren Weg.
8 Ragower Mühle – Wo der Bach erzählt Hier wird die Schlaube hörbar. Rauschen, Räder, Geschichten – ein Ort, an dem der Bach spricht.
9 Mittelmühle – Spuren im Verborgenen Die Gebäude sind verschwunden, die Geschichte bleibt. Ein stiller Ort für Erinnerungen am Lauf der Schlaube.
10 Mäanderblick – Der Bach in Bewegung Schleifen, Kurven, leise Dynamik. So sieht ein Bach aus, wenn man ihn machen lässt.
11 Kupferhammer – Wasser treibt Geschichte an Industrie, Wandel, Renaturierung. Am Kupferhammer zeigt die Schlaube, wie Vergangenheit und Gegenwart zusammenfließen.
1. Naturparkhaus und Schlaubetalinformation
Auftakt zur Reise
Bevor sich die Landschaft für dich öffnet, lohnt ein kurzer Moment im Naturparkhaus. Hier bekommst du einen Überblick, der deine Reise vertieft – und der Lust weckt, aufzubrechen.
Die Ausstellung folgt der Schlaube wie einem roten Faden. Sie zeigt, wie Eiszeit, Wasser, Wälder und Menschen diesen besonderen Naturraum gestaltet haben – genau so, wie du sie später draußen erleben wirst. Die Schlaube verbindet alles: als Bach, als Gestalterin der Landschaft und als stiller Begleiter auf deinem Weg.
Die angrenzende Schlaubetalinformation ist der ideale Ort, um deine Reise vorzubereiten. Hier kannst Du dich orientieren, Fragen klären und deinen eigenen Zugang zum Schlaubetal finden. Karten, Hinweise und Hintergründe helfen dir, die Etappen des Schlaubetal-Wanderwegs einzuordnen – oder eine Extra-Seeblick-Runde zu erleben.
Wer mag, stimmt sich hier bewusst ein: auf das Gehen, das Lauschen, das langsamer Werden. Denn draußen wartet kein klassisches Wanderziel, sondern ein Erlebnisraum. Und die Schlaube lädt dich ein, ihr zu folgen – Schritt für Schritt hinein ins magische Bachtal.
2. Müllroser Mühle
Wasserkraft seit Jahrhunderten
Ein Ort zwischen Seeufer und Arbeitsalltag: Direkt am Großen Müllroser See arbeitet eine Mühle, deren Geschichte eng mit dem Wasser verbunden ist – beständig, verlässlich, im Takt der Landschaft. Die Müllroser Mühle gehört zu den wenigen gebliebenen Mühlenstandorten im Schlaubetal und ist die einzige, die ihre Aufgabe bis heute fortsetzt.
Einst war das Tal von Mühlen geprägt: Entlang von Schlaube, Oelse und Dorche nutzten sie die Kraft des Wassers zum Mahlen von Getreide oder zum Sägen von Holz. Viele sind verschwunden, manche nur noch Erinnerung. Die Müllroser Mühle aber erzählt weiter. Seit über 750 Jahren wird hier Korn verarbeitet – vom mittelalterlichen Mühlenbetrieb bis zur modernen Industriemühle.
Technik und Zeit haben den Ort verändert, doch das Prinzip blieb gleich: Wasser bringt Bewegung, Bewegung schafft Nahrung. So verbindet die Mühle Vergangenheit und Gegenwart – still, selbstverständlich und mitten im Alltag. Ein guter Auftakt für den Weg ins Schlaubetal, wo Wasser nicht nur Natur formt, sondern seit jeher Leben ermöglicht.
Tipp für unterwegs:
Im Mühlenladen kannst du Mehle, Flocken und Backmischungen direkt vor Ort entdecken – vielleicht sogar für dein eigenes Schlaubetal-Pausenbrot. Ein Stück Mühlengeschichte zum Mitnehmen, bevor der Weg weiter ins Tal führt.
Episode I
Auf der Suche nach der Schlaube
Vom Müllroser See durchs untere Schlaubetal zum Kupferhammer
ca. 8 km | 2,5–3 Stunden gemütliche Gehzeit
Am Ufer des Großen Müllroser Sees beginnt deine Suche – dort, wo sich Himmel und Wasser begegnen. Der See liegt weit und ruhig vor dir. Segelboote ziehen ihre Kreise, Stimmen treiben über das Wasser, und am Strand liegt der Duft von Ferientagen in der Luft.
Zwischen Wiesen und Sümpfen, wo das seltene Braunmoosmoor seine Geheimnisse bewahrt, hält die Landschaft inne. Libellen begleiten dich, während sich der Weg langsam vom See löst und tiefer in das untere Schlaubetal führt. Noch verbirgt sich der Bach – Geduld gehört hier dazu.
Dann zeigt er sich endlich. An der Ragower Mühle erwacht die Schlaube zum Leben: Sie flüstert, sprudelt, erzählt. Wasser treibt Räder, bewegt Geschichte. Hier übernimmt der Bach klar die Hauptrolle – heute wie in vergangenen Zeiten. Auch am lost place der Mittelmühle ist sie noch spürbar, leise und beharrlich.
Ruhig mäandert die Schlaube weiter durch die Wiesen, sammelt Kraft, gewinnt an Tempo. Kurz vor dem Kupferhammer plappert sie wie ein kleiner Gebirgsbach, verschluckt sich fast vor Freude – so lebendig, dass sie dich verweilen lässt. Hier wird spürbar: Die Reise der Schlaube hat gerade erst begonnen.
3. Freibad Müllrose
Sommerfrische am See
Ein Sommertag am Großen Müllroser See. Das Wasser glitzert, Stimmen tragen weit über den Strand, Segelboote ziehen gemächlich ihre Bahnen. Schon in den 1920er-Jahren fand man hier in Müllrose Erholung und Leichtigkeit, fernab vom Alltag. Der See, in dem sich die Schlaube weitet und sammelt, wurde zum Treffpunkt für Badegäste, Ausflügler und Berliner Sommerfrischler.
Das Freibad entwickelte sich zum Sinnbild dieser Zeit: Sonne auf der Haut, Lachen im Wasser, Musik vom Pavillon. Die Fotografin Ursula Raschke hielt diese Momente fest – Bilder einer Epoche, in der Freizeit, Natur und ein neues Lebensgefühl zusammenfanden. Noch heute liegt etwas von diesem Geist über dem See, wenn das Wasser ruhig schimmert und der Sommer den Takt vorgibt.
4. Rastplatz Ostufer Müllroser See
Magie des Blicks
Hier lohnt es sich, kurz innezuhalten. Der Blick öffnet sich über den Großen Müllroser See, das Wasser liegt ruhig, das Schilf raschelt leise am Ufer. Licht und Himmel spiegeln sich auf der Oberfläche – ein erster magischer Ort am Weg, der zum Verweilen einlädt.
In den 1930er-Jahren ließ Bürgermeister Bruno Lange einen Wanderweg entlang beider Seeufer anlegen und zwei geschützte Rastplätze errichten – einen am Ost-, einen am Westufer. Die runden, damals mit Schilf gedeckten Bauten mit Bänken und einem Tisch in der Mitte wurden schnell zu beliebten Treffpunkten für Wanderer und Badegäste. Im Volksmund nannte man sie bald „Brunos Ruh“ – Orte der Pause, der Aussicht, des Zusammenseins.
Bis heute ist dieser Platz ein Moment des Durchatmens. Der Große Müllroser See, gespeist von der Schlaube, liegt still vor dir. Wasservögel ziehen ihre Bahnen, im Schilf verbirgt sich Leben. Wer hier verweilt, spürt: Manche Orte wurden genau dafür geschaffen – um einfach zu schauen, zu sitzen und die Landschaft wirken zu lassen.
5. Aussichtspunkt Seeschlösschen
Weite über dem Müllroser See
Ein Ort für den weiten Blick. Von hier aus öffnet sich der Große Müllroser See in seiner ganzen Länge, das Wasser zieht sich bis zum Horizont, Licht und Himmel verschmelzen. Schon früher war dieser Aussichtspunkt ein Ziel für alle, die das Besondere suchten.
Der Weg führte damals zum Seeschlösschen, einer beliebten Einkehr mit Pavillon und Seeblick. Mutter Heinrichs frisch gebackener Blechkuchen und belegte Brote machten den Aufenthalt komplett. Für ein kleines Abenteuer sorgte die Glocke am Westufer: Wer sie läutete, wurde mit einem großen Paddelboot abgeholt und über den See gebracht – eine Überfahrt, die vielen Gästen unvergessen blieb.
Gegenüber liegt die Fischerwerdel, die sagenumwobene Liebesinsel des Sees. Einer Legende nach entstand sie, als ein Riese vom sumpfigen Westufer des Sees hinüberlief, um am Ostufer weißen Sand zu holen. Doch auf dem Rückweg stolperte er, und der Sack mit dem Sand landete im Wasser – so, heißt es, formte sich die kleine Insel. Noch heute schweift der Blick von hier über den See, weit nach Norden, bis zur Oderlandmühle. Ein Platz zum Schauen, Lauschen – und zum Weiterträumen.
6. Orchideenwiese
Verborgene Vielfalt
Noch hält sich die Schlaube zurück. Sie fließt verborgen durch Wiesen und Senken – und schafft dabei etwas Besonderes. Als schmales Band entlang ihres Laufs haben sich hier im Naturschutzgebiet „Unteres Schlaubetal“ Niedermoore entwickelt, Feuchtgebiete von großer Bedeutung und erstaunlicher Vielfalt.
Wo Wasser langsam steht und der Boden atmet, entstehen Orte für das Seltene. Auf diesen feuchten Wiesen wächst eine Pflanzenwelt, die Zeit, Ruhe und das richtige Maß braucht. Orchideen finden hier genau diese Bedingungen – und machen das Schlaubetal zu einer der orchideenreichsten Landschaften Deutschlands. Arten wie der Frauenschuh oder die Korallenwurz blühen dort, wo Natur und behutsame Pflege im Gleichgewicht sind.
Wer hier innehält, blickt auf eine Landschaft, die leise wirkt – und doch voller Leben ist. Wer tiefer eintauchen möchte, kann bei Führungen mit den Rangern mehr über die verborgenen Zusammenhänge dieses besonderen Naturraums erfahren.
7. Belenzsee
stilles Sammeln
Glasklares Wasser, das Ruhe ausstrahlt. Der Belenzsee liegt still im Tal, sammelt Licht und Wasser aus den umliegenden Höhen und gibt es an die Schlaube weiter. Was hier so klar und unbewegt erscheint, ist Teil eines größeren Zusammenhangs: Aus dem See setzt die Schlaube ihren Weg fort und formt das Tal, durch das du weiter wanderst.
Der Belenzsee ruht in einem besonders sensiblen Naturraum des Schlaubetals. Feuchte Wiesen, Moorböden und bachbegleitende Wälder greifen hier ineinander und schaffen Lebensräume von hoher ökologischer Bedeutung. Ein Großteil dieser Landschaft steht heute unter Schutz – als Naturschutzgebiet Unteres Schlaubetal.
Noch einmal öffnet sich der Blick über den See, bevor sich der Weg verengt und die Schlaube bald hörbar wird. Wer hier steht, spürt: Dieses Tal lebt vom Zusammenspiel aus Stille, Zeit und Wasser.
8. Ragower Mühle
Wo der Bach erzählt
Es ist nicht zu überhören: Hier empfängt dich die Schlaube in ihrer ganzen Lebendigkeit. Am ersten Bachflüsterort rauscht und gurgelt sie – als wolle sie zeigen, dass sie hier die Hauptrolle spielt. Wer innehält, hört, wie das Wasser Geschichten erzählt: von Rädern, die sich drehten, von Arbeit, Wandel und Zeit.
Die Ragower Mühle, einst Mahl- und Sägewerk, ist heute ein liebevoll bewahrtes technisches Denkmal – einzigartig im Schlaubetal mit originaler Mühlentechnik. Das Rauschen des Bachs mischt sich mit dem Singen der Zahnräder und dem Duft von Holz. Und wer mit offenen Ohren lauscht, erfährt von Baldur Börner, dem Mühlenbesitzer, was die Schlaube bis heute bewegt.
9. Lost Place Mittelmühle
Spuren im Verborgenen
Etwas abseits des Weges liegt der Standort der ehemaligen Mittelmühle – verborgen, ruhig und heute nur noch zu erahnen. Die Gebäude sind verschwunden, geblieben ist ein Ort, an dem man die Geschichte zwischen Bäumen, Wegen und Lichtungen spürt. Wer ihn aufspürt, findet Idylle und Stille – und begegnet der Schlaube erneut.
Über Jahrhunderte diente die Mittelmühle als Mahlmühle, später wurde sie zu DDR-Zeiten als Ferienheim genutzt. Besonders verbunden ist der Ort mit den Müllerfamilien Zeidler und Schur. Müller Zeidler, eigentlich musisch begabt und Organist, hätte lieber unterrichtet als gemahlen – doch Tradition und Herkunft bestimmten seinen Weg. Die Liebe zur Musik begleitete ihn ein Leben lang.
Die Mittelmühle steht für den Wandel – und für das, was bleibt. Für Lebenswege, Entscheidungen und Erinnerungen, die sich mit dem Lauf der Schlaube verbunden haben. Ein Ort, der zum Innehalten einlädt, bevor der Weg weiterführt.
10. Rastplatz Mäanderblick
Der Bach in Bewegung
Tief unten zeigt sich hier die Schlaube von ihrer verspielten Seite. Sie schlängelt sich durch Schilfröhrichte und ehemalige Feuchtwiesen, zieht sanfte Bögen, bildet kleine Sandflächen und verschwindet immer wieder hinter Gehölzen aus Erlen, Birken und Flatter-Ulmen. Der Bachlauf wirkt lebendig, kühl und schattig – ein Ort zum Durchatmen und Beobachten.
Der gewundene Verlauf hat einen Namen: Mäander. Der Begriff stammt aus der Antike und geht auf den Fluss Maiandros zurück, der für seine vielen Schleifen bekannt war. Auch hier folgt die Schlaube ihrem natürlichen Rhythmus – mit kleinen Prallhängen, Stillwasserbereichen und wechselnden Strömungen.
Totholz, flache Uferzonen und ruhige Wasserpools machen diesen Abschnitt zu einem besonders artenreichen Lebensraum. Wer am Rastplatz innehält, erkennt: So bewegt sich ein Bach, wenn man ihm Raum lässt. Ein stiller, ursprünglicher Moment im Schlaubetal.
11. Kupferhammer
Wasser treibt Geschichte an
Am Kupferhammer zeigt die Schlaube ihre ganze Kraft – ein Bachflüsterort voller Energie. Sie rauscht, springt, wirbelt – und erzählt von einem Ort, an dem Wasser über Jahrhunderte Arbeit und Wandel bestimmte. Bereits im 16. Jahrhundert nutzte man hier die Wasserkraft für Kupfer- und Eisenverarbeitung, später auch für Mühle und Tuchmacherei. Die Schlaube war Motor eines kleinen Industrieortes – geregelt, gestaut, gezähmt.
Im Laufe der Zeit veränderte sich der Kupferhammer. Aus dem Hammerwerk wurde eine Schankwirtschaft, später lieferte eine Kleinwasserkraftanlage noch Strom für umliegende Dörfer. Spuren dieser Vergangenheit lassen sich bis heute entdecken – und lebendig erzählen, etwa in den Erinnerungen der Schernsdorferin Gudrun Hänschen, die bei archäologischen Grabungen half, Geschichte freizulegen.
Heute bewegt die Schlaube hier nicht nur Erinnerungen, sondern auch Leben: Eine Sohlgleite macht den Bach wieder durchlässig für wandernde Fische. Vergangenheit und Gegenwart greifen ineinander – und der Weg führt weiter. Folge der Schlaube, wenn sie sich weitet, kleine Seen durchfließt und dich in Episode II tiefer hinein ins Schlaubetal begleitet.
Zur Episode II
Wenn der Bach zur Seenkette wird
Zur Episode III
Zwischen Dunkel und Licht – den wilden Schlaube-Canyon entdecken